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            <title type="text">Der Damhirsch</title>
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                                            Vor etwa 2000 Jahren wurde der Damhirsch in Europa eingeführt. Allerdings ist diese Einführung eher eine Rückführung gewesen. So belegen fossile Funde, dass der Damhirsch bereits vor der Eiszeit in Europa vorkam. 
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                 Vor etwa 2000 Jahren wurde der Damhirsch in Europa eingeführt. Allerdings ist diese Einführung eher eine Rückführung gewesen. So belegen fossile Funde, dass der Damhirsch bereits vor der Eiszeit in Europa vorkam. Während der Eiszeit zog er sich nach Asien zurück und kehrte nach der Eiszeit nicht selbstständig wieder zurück.   Der Damhirsch kam zuerst wieder im Süden Europas vor. Von hier aus breitete er sich dann immer weiter Richtung Norden aus.   Allerdings ist die Fachwelt sich bei diesem Kapitel uneins. So gibt es über die Damhirsche in Großbritannien zwei unterschiedliche Theorien. Die eine Theorie besagt, dass auch die heute dort lebenden Tiere von jenen abstammen, die nach der Eiszeit wieder nach Europa gebracht wurden. Eine zweite Theorie geht hingegen davon aus, dass sich in Großbritannien Damhirsche gehalten haben und die Insel somit nicht neu besiedelt wurde.   Damhirsche sind schon lange Gegenstand menschlicher Manipulation. Für Parks und Zoos wurden sie gezüchtet. Für die Jagd wurden sie in Gattern gehalten. Erst später wurden sie ausgewildert oder suchten sich selbst einen Weg in die Freiheit. Dieses Erbe tragen sie noch heute in sich und weisen deshalb eine derart breite Farbpalette auf, wie es sie bei wildlebenden Säugetieren wohl kein zweites Mal gibt. Neben vollkommen weißen oder schwarzen Fellfärbungen gibt es eine Vielfalt an Farbvarianten zu beobachten. Dazu gehören braune, braun gesprenkelte, braun gescheckte bis hin zu silber-blauen Färbungen.   Die erste belegte Einbürgerung von Damhirschen auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland fand im Jahre 1577 statt. Damals hielt der kurhessische Landgraf Ludwig IV in seinem Wildpark in der Nähe der Sababurg 30 Damhirsche. Seitdem wurden bei uns immer wieder Damhirsche angesiedelt. Meistens mussten die Damhirsche als Ersatz für den Rothirsch herhalten. Entweder dann, wenn dieser natürlicherweise oder durch eine Überjagung nicht bzw. nur selten vorkam. Noch kurz vor dem zweiten Weltkrieg gab es eine Neuansiedlung von Damhirschen in Niedersachsen. Sie wurde von einem Zusammenschluss von Jägern organisiert. Leider sind es bis heute überaus viele Damhirsche, die zur „Produktion“ von Wildfleisch in Gattern gehalten werden.    Die Brunft der Damhirsche    Damhirsche nutzen zur Brunft oft immer wieder die gleichen Plätze. Und auch die folgenden Generationen übernehmen häufig wie selbstverständlich die Plätze von den Vorfahren. Nachgewiesen ist die Nutzung eines solchen Fortpflanzungsortes in einem Revier über einen Zeitraum von mehr als fünfzig Jahren.  Nun könnte man meinen, die Damhirsche sind einfach Gewohnheitstiere. Vielleicht ist das tatsächlich der Grund für diese Ortstreue. Jedoch werden sie dieses Geheimnis wohl für immer für sich behalten. Es könnte aber auch rein praktische Gründe dafür geben, immer wieder die gleiche Stelle für die Brunft aufzusuchen. So brauchen die Tiere Platz. Und diesen Platz bietet zum Beispiel eine Lichtung im Wald.  Zu Beginn der Brunft sorgen die Damhirsche am Brunftplatz für sogenannte Schlagstellen. Sie „zerschlagen“ junge Bäume oder herabhängende Aste mit ihrem Geweih. Das machen sie nicht zum Spaß. Vielmehr dient diese Vorbereitung dazu, ein Revier abzustecken. Denn der Damhirsch hinterlässt bei diesen Aktivitäten ein Sekret an der Vegetation, das über Voraugendrüsen produziert wird. Hiermit wird neu ankommenden Männchen unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass sie hier nicht erwünscht sind und den Ort besser verlassen sollten. Ganz nebenbei halten sie ihren Brunftplatz mit dieser Aktivität frei und legen so selbst den Grundstein für eine langjährige Nutzung.   Die männlichen Damhirsche halten sich bereits etwa ab Ende September auf dem Brunftplatz auf. Anfang Oktober fangen dann auch die Weibchen an, sich dort zu versammeln. Der Höhepunkt der Paarungen liegt hierzulande meist in der zweiten Oktoberhälfte. Wenige Wochen später endet die Brunft, zumeist sehr abrupt. Wie lange genau die Brunft nun dauert, ist natürlich von Gegend zu Gegend unterschiedlich. Das Ende wird allerdings in allen Revieren durch die gleiche Ursache bestimmt - und die ist simpel und logisch zugleich: Stellen sich keine paarungsbereiten Weibchen mehr am Brunftplatz ein, ist die Saison beendet.   Männliche Damhirsche präsentieren zur Brunft nicht nur ihr Geweih. Sie entwickeln weitere sogenannte sekundäre Geschlechtsmerkmale. Der Halsumfang nimmt deutlich zu, was die Tiere größer und stärker aussehen lässt. Auch die Fellfarbe der Tiere ändert sich - zumindest scheinbar. Diese Farbspiele sind allerdings auf ausgesonderte Sekrete zurückzuführen. Diese färben das Haarbüschel, welches den Penis umgibt, wie auch die Leisten dunkel. Zudem ist der Penisschaft während der Brunft ausgestülpt.   Geschlechtsreife bedeutet bei Damhirschen aber nicht, dass sich ein Tier auch fortpflanzt. Jüngere Tiere schaffen es kräftemäßig nicht, sich gegen ältere Tiere zu behaupten. Sie sind zwar am Brunftplatz, weil sie auf eine Chance wittern. Wirklich erfolgreich sind sie dabei aber in der Regel nicht. Der Erfolg stellt sich meist erst ab dem vierten Lebensjahr ein. 
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            <title type="text">Die Kegelrobbe</title>
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                  Die Helgoländer Düne - Kinderstube für Kegelrobben  
 Seit 1989 sind auf Helgoland wieder regelmäßig Kegelrobben zu beobachten. Ende der 90er Jahre fand auf der Düne – der vorgelagerten Insel Helgolands – die erste Geburt statt. Nachdem die Jagd auf Kegelrobben in Deutschland seit den 70er Jahren verboten ist, hat die Geburtenrate bis heute zugenommen. Wurden in der Saison 2014/15 noch 247 Jungtiere auf der Düne geboren, so ist in Saison 2015/16 mit 317 Geburten eine Steigerung um 27 % zu verzeichnen. 
 Die Geburten auf der Düne ereignen sich zwischen November und Januar. Die Jungen kommen mit einem Gewicht zwischen 10 und 14 kg zur Welt. In dieser Zeit schützt sie lediglich ihr dichtes weißes Fell ( Lanugohaar ) vor der Kälte. Durch die fetthaltige Muttermilch legen sie jedoch rasant – zwischen 1,8 und 2,0 Kilogramm pro Tag – an Gewicht zu. Die Fettschicht schützt sie nicht nur vor der Kälte, sondern sorgt im  Wasser auch für Auftrieb.   Während der Nachwuchs immer rundlicher wurde, erscheinen die weiblichen Kegelrobben nach der kräftezehrenden Aufzucht schlanker – und faltiger – um die Taille.    
  Die ersten Wochen einer Kegelrobbe  
 Nachdem die Kegelrobben mit einem Gewicht zwischen 10 und 14 kg geboren werden, legen sie durch die fetthaltige Muttermilch rasch an Gewicht zu. Bereits nach etwa drei Wochen wiegen die Jungen rund 50 kg und werden von der Mutter entwöhnt. Während die Muttertiere unmittelbar nach der Geburt an der Seite der Jungen bleiben, um sie zu säugen, verlängert sich die Zeit zwischen den Mahlzeiten zunehmend. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass die Jungen mehrere Stunden alleine am Strand oder in den Dünen liegen. Mithilfe des Geruchs, den sich die Mutter unmittelbar nach der Geburt einprägt, findet sie ihr Junges wieder. Um die Tiere nicht zu gefährden, ist es wichtig, dass die menschlichen Besucher einen respektvollen Abstand einhalten. Der  Verein Jordsand  und die  Helgoländer Kurverwaltung  empfehlen deshalb einen Mindestabstand von 30 Metern. 
  Paarung bei den Kegelrobben  
 Während die Kegelrobben-Mutter noch mit ihrem Nachwuchs am Strand liegt, um ihn zu säugen, werden bereits die ersten Kegelrobbenbullen auf sie aufmerksam. Wehrt das Weibchen in der ersten Zeit nach der Geburt die Annäherungsversuche noch energisch ab, wird sie im Laufe der Entwöhnung zunehmend aufgeschlossener. 
 Die Hitze der Weibchen verursacht bei den Bullen mitunter eine starke Konkurrenz, die sich auch in körperlichen Auseinandersetzungen zeigt. Um  ihre  Weibchen besser verteidigen zu können, lebt in dieser Zeit häufig ein Bulle mit mehreren Weibchen und deren Jungen in kleineren Gruppen zusammen. Jüngere Bullen versuchen jedoch, sich unbemerkt den Weibchen anzunähern, um sich mit ihnen fortzupflanzen. Wenn ältere Bullen einen solchen Versuch bemerken, reagieren sie zunächst mit Drohgebärden. Der junge Bulle hat dann die Wahl, sich unterzuordnen und sich wieder von der Gruppe zu entfernen oder sich auf einen Kampf mit dem älteren einzulassen. In dieser Zeit sieht man häufig Bullen, die an den Hals- und Nackenpartien bluten. Für Menschenaugen sieht dies allerdings bedrohlicher aus, als es in den meisten Fällen ist, denn ernste Verletzungen tragen sie bei den Kämpfen selten davon. 
 Etwa 3 bis 4 Wochen nach der Geburt ihres Nachwuchses, wenn das Junge entwöhnt ist, ist das Weibchen bereit sich erneut zu paaren. Nun dauert es rund 11 Monate, bis sich das Weibchen ein weiteres Mal an den Strand begibt, um ihr Junges zu gebären. 
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   Wir sehen unsere heimischen Robben, Kegelrobben und Seehunde, meist, wenn sie sich am Strand ausruhen. Mehr Aktivität ist zu beobachten, wenn die Tiere sich fortpflanzen und Nachwuchs bekommen. Doch ein wichtiger Teil ihres Lebens bleibt unseren Augen in der Regel verborgen: die Nahrungssuche. Hierbei überraschen die Robben mit faszinierenden Fähigkeiten.   Zur Lieblingsbeute der Kegelrobbe zählen die Plattfische. Diese leben gut getarnt am Grund des Meeres. Somit verwundert es nicht, dass die Kegelrobben bei der Jagd in Tiefen von bis zu 70 Metern vorstoßen. Unten angekommen, drehen sich die Robben um und schwimmen den Meeresgrund kopfüber ab. Auf diese Weise sind ihre Augen näher am Meeresboden und sie können ihre Beute besser erspähen.   Und wer nun glaubt, das war’s schon mit den faszinierenden Fähigkeiten, liegt falsch. Beim Aufspüren ihrer Beute sind Robben nicht auf ihre Augen angewiesen. Wären sie das, wäre ihr Jagderfolg deutlich geringer. Denn ob nun in der Nacht, in der Tiefe oder bei trüben Wasser: Nicht selten ist es dunkel bei der Jagd oder die Sicht ist trüb. Und genau hier kommt der Bart der Robben ins Spiel.   Auf uns Menschen wirken die Schnurrhaare der Robben vor allem putzig. Doch für die Tiere sind ihre Schnurrhaare, Vibrissen genannt, weitaus mehr. Jedes einzelne dieser Haare versorgt die Robbe mit wichtigen Informationen über die Umgebung. In der Haut am Ende des Schnurrhaars sitzen etwa 1600 Nervenfasern. Mit ihrer Hilfe sind die Tiere zu unglaublichen Dingen in der Lage. Fische zum Beispiel kann die Kegelrobben noch wahrnehmbar, wenn sie schon längst wieder weg sind. Wie das geht? Die Tiere hinterlassen beim Schwimmen Verwirbelungen im Wasser. Diese können die Robben mit ihren Vibrissen aufspüren und den Fischen so folgen.   Forschende des Rostocker Marine Science Center haben herausgefunden, dass von Fischen verursachte Verwirbelungen im Wasser auch dann noch wahrgenommen werden können, wenn diese schon mehr als eine halbe Minute alt sind. Und selbst hier ist die Geschichte noch nicht auserzählt. Denn Robben können ihre Beute sogar aufspüren, wenn sie sich offensichtlich nicht bewegt, sondern, wie zum Beispiel Plattfische, regungslos am Meeresgrund verharren. Denn ganz regungslos ist ein Lebewesen eben nie. Auch ein Plattfisch muss atmen. Und auch das Atmen können Robben über ihre Vibrissen wahrnehmen.   Übrigens: Robben beschränken sich nicht auf Fische als Beute. Vor ein paar Jahren haben Forschende auf Helgoland beobachtet, dass Kegelrobben auch Seehunde erbeuten. (Robert Marc Lehmann hat in seinen Videos von der eindrucksvollen Beobachtung erzählt.) Auch Schweinswale und sogar die eigenen Artgenossen fallen ins Beutespektrum der Kegelrobbe. Dass dies lange Zeit unentdeckt geblieben ist, hängt damit zusammen, dass die Verletzungsmuster, die ein Kegelrobbenangriff verursacht, denen einer Verletzung durch Schiffsschrauben ähnelt. Und noch eine weitere interessante Entdeckung wurde in jüngster Zeit gemacht:   Hin und wieder werden Kegelrobben, wie auch Schweinswale, Opfer ihres eigenen jagdlichen Erfolges. Klingt erst einmal paradox, erklärt sich aber wie folgt. Die Tiere ersticken an ihrer Beute, was nach heutigem Kenntnisstand auftreten kann, wenn die Tiere Seezungen erbeutet haben. Die Robben verschlucken sich an ihrer Beute und infolge dessen landet die Seezunge in der Lunge.   Wir dürfen gespannt sein, was die Wissenschaft noch für faszinierende Geheimnisse zu lüften vermag. Es bleibt spannend!     Etwa 6 Kilogramm Nahrung braucht eine erwachsene Kegelrobbe jeden Tag. Dafür legt sie ausgedehnte Streifzüge   zurück. An der deutschen Nordseeküste wurden bereits in England markierte Tiere beobachtet und dänische Kegelrobben sind Untersuchungen zufolge sowohl nach Deutschland als auch nach Schweden und Estland geschwommen. Damit sind sie deutlich erkundungsfreudiger gewesen als ihre kleinen Verwandten: Die aus dem gleichen Gebiet stammenden Seehunde hielten sich in einem Umkreis von nur etwa 50 Kilometern um ihren Liegeplatz herum auf.       Das Wanderverhalten zeigt, dass für unsere Kegelrobben nicht nur der Naturschutz vor Ort wichtig ist. Auch grenzübergreifend müssen Ruheplätze und Nahrungsgründe erhalten und Gefahren auf den Wanderungen verringert werden.  
  An das Leben im Wasser angepasst  
 Die Atmung ist eine der Herausforderung, die sich bei einem Leben im Wasser stellen. Bei Robben, die einen Großteil ihres Lebens im Wasser verbringen, sind deshalb ähnliche Anpassungen zu erkennen, wie bei vielen Wasservögeln oder bei Walen. 
 Wasser ist ein dichteres Medium als Luft. Daher hat sich der Körper der Robben in einen stromlinienförmigen „Torpedo“ verwandelt. Das verringert den Widerstand im Wasser und ermöglicht eine schnellere und vor allem energiesparendere Fortbewegung. 
 Die einstigen Hinterbeine wanderten zum hintersten Ende des Körpers und stellen ein erstklassiges Antriebsgerät dar. Die Zehen sind bis heute an den Schwanzflossen zu erkennen, auch wenn sie durch Schwimmhäute und Bindegewebe miteinander verbunden sind. Im Wasser braucht es neben einem kräftigen Antrieb auch eine präzise Steuerung. Das übernehmen die einstigen Vorderbeine der Robben, die sich ebenfalls zu Flossen entwickelt haben. 
 Alle Körperteile, die der Aerodynamik im Weg waren, wurden wegrationalisiert oder ins Körperinnere verlegt. So fehlen die äußeren Ohrmuscheln komplett. Der Hals verschwindet unter einer dicken Speckschicht und Hoden, Penis und Milchdrüsen befinden sich im Körperinneren. Der Tatsache geschuldet, dass Zitzen fehlen, gibt die Mutter die Milch aktiv an ihr Kind ab, indem sie die Milch in den Mund ihres Kindes spritzt.   Der „sparsame“ Körperbau kommt auch dem Wärmehaushalt der Robben zugute. Denn das Wasser ist deutlich kälter als ihre Körpertemperatur. Durch die Reduzierung von abstehenden Körperteilen wurde die Körperoberfläche verkleinert und der Verlust von Körperwärme gesenkt. 
 Auch der  Blubber  ( das Unterhautfettgewebe, welches auch bei Walen vorkommt ) dient dazu, die Robben warm zu halten. Denn Haare alleine könnten diese Funktion nicht übernehmen. Gleichzeitig hilft der Blubber den Robben bei der Fortbewegung: Er macht die Körperoberfläche elastischer und verhindert so bremsende Wirbelbildungen im Wasser. Die Robbe kann sich dadurch schneller und energiesparender fortbewegen. 
 Eine weitere Herausforderung beim Leben im Wasser ist der Schutz der Körperöffnungen vor eintretendem Wasser. Im Grunde sind die gleichen Öffnungen vorhanden, wie bei ausschließlich an Land lebenden Säugetieren auch. Hier hat die Natur hilfreiche Lösungen gefunden: Nasen- und Ohrenöffnungen schließen sich automatisch, wenn Wasserdruck auf ihnen lastet. Da keine Muskeln aktiv in Gebrauch sind, wird Sauerstoff eingespart und die mögliche Tauchzeit verlängert. 
 Die Sauerstoffversorgung unter Wasser wird  nicht  durch einen kräftigen Atemzug vor dem Tauchen gesichert. Im Gegenteil, Luft in den Lungen erzeugt Auftrieb, gegen den die Robbe beim Tauchen anschwimmen muss. Zudem ist eine luftgefüllte Lunge, wie das ganze Tier, dem steigenden Druck in der Tiefe ausgesetzt. Deswegen atmet die Robbe vor dem Tauchen mehrmals kräftig ein und aus. Der aufgenommene Sauerstoff wird im Blut gespeichert. Hilfreich ist die Tatsache, dass Robben, relativ zum Körpergewicht, über mehr Blut verfügen als Landsäugetiere. Zudem enthält es sauerstoffbindendes  Myoglobin  und stellt damit einen optimalen Speicher für ausgedehnte Tauchgänge dar. 
  Wie unterscheidet man Kegelrobben und Seehunde?  
 Wer an die deutschen Küsten reist, um Kegelrobben zu beobachten, steht, je nach Region, vor der Aufgabe, zwischen Kegelrobben und Seehunden zu unterscheiden. Auf den ersten Blick mag dem ungeübten Naturbeobachter dieses Unterfangen schwierig vorkommen. Doch mit etwas Übung ist es viel einfacher als man zu Anfang denken mag. Übrigens gilt dies auch für die Unterscheidung von männlichen und weiblichen Kegelrobben. Aber dazu später mehr. 
  Der Körper  
 Kegelrobben kommen auffallend wuchtiger daher als Seehunde. Dieser visuelle Eindruck wird durch biologische Eckdaten untermauert und ist vor allem dann ein hilfreiches Unterscheidungsmerkmal, wenn beide Arten gemeinsam beobachtet werden können. Zum Vergleich: 
   Männliche Kegelrobben messen ca. 230 cm bei einem Gewicht von etwa 220 kg.    Weibliche Kegelrobben messen ca. 180 cm bei einem Gewicht von etwa 150 kg.    Männlicher Seehunde messen ca. 170 cm bei einem Gewicht von etwa 150 kg.    Weiblicher Seehunde messen ca. 140 cm bei einem Gewicht von etwa 100 kg.  
  Der Kopf  
 Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Köpfe. Der Kopf der Kegelrobben läuft durch die lang gestreckte Schnauze spitz zu. Bei Seehunden ist die Schnauze deutlich kürzer. Deswegen wirkt der Kopf der Kegelrobben weniger rund als der der Seehunde. Dieses Merkmal ist ein wunderbarer Anhaltspunkt, wenn man nur eine der beiden Arten vor sich hat. 
 Für den Fall, dass ihr trotzdem nicht sicher seid, wen ihr beobachtet habt, könnt ihr immer noch von beobachteten Hundsrobben berichten. Zu diesen gehören nämlich sowohl Kegelrobben als auch Seehunde. Diese Tatsache ermöglicht es auch in völliger Unkenntnis eine richtige Angabe zu machen     
   Wie unterscheidet man männliche und weibliche Kegelrobben?  
 Auch das ist nicht kompliziert. Hier kommt uns der sogenannte  Geschlechtsdimorphismus  zur Hilfe. Der ist bei den Kegelrobben so ausgeprägt wie bei nur wenigen Hundsrobben. Zum einen sind wie beschrieben die Größe und das Gewicht ein Unterscheidungsmerkmal. Allerdings hat man hier das Problem, dass man nicht weiß, ob das beobachtete Tier auch ausgewachsen ist. Zudem benötigt man im besten Falle Männchen und Weibchen zum Vergleich vor Augen. 
 Zum Glück machen es uns die Kegelrobben einfach: Weibchen sind hell gefärbt mit dunklen Flecken und Männchen dunkel gefärbt mit hellen Flecken.   Im Bild seht ihr links die männliche und rechts die weibliche Kegelrobbe. 
 Ich wünsche euch viel Spaß beim Beobachten! Bitte haltet dabei ausreichend Abstand zu den Tieren, um sie nicht zu stören. 
  Kegelrobben in der Ostsee  
   Beim Gedanken an Kegelrobben in Deutschland reisen viele gedanklich direkt nach Helgoland. Ohne Frage, eine ausgezeichnete Adresse, um diese wundervollen Tiere beobachten zu können. Aber auch anderer Stelle kann man sie mittlerweile immer öfter (wieder) antreffen. Und zwar an der Ostsee.    Derzeit halten sich etwa 200 bis 300 Kegelrobben in der deutschen Ostsee auf. In der Zeit von März bis April i st im Greifswalder Bodden ihre Anzahl am höchsten.   Die Gesamtpopulation von Kegelrobben in der Ostsee wird auf etwa 30.000 Tiere geschätzt. Ihre Rückkehr in den deutschen Teil der Ostsee sorgt, neben der Freude sie dort beobachten zu können, auch für eine Menge Arbeit. Es wird kräftig geforscht und die Entwicklung der Population wissenschaftlich begleitet. Dabei kann jeder helfen. Auch deine Hilfe ist gefragt, wenn du zum Beispiel an der Ostsee lebst oder Urlaub machst. Wie das geht, kannst du beim Deutschen Meeresmuseum nachlesen. Hier läuft die Arbeit zusammen:      https://  www.deutsches-meeresmuseum.  de/wissenschaft/infothek/ sichtung-melden/      Natürlich muss auch für den Schutz der Tiere gesorgt werden. Der  BUND Mecklenburg-Vorpommern  ist aktuell dabei, ein Netzwerk mit entsprechender Infrastruktur aufzubauen. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich in die Arbeit einzubringen. Wer mag, findet viele Informationen dazu auf der Seite des  BUND Mecklenburg-Vorpommern.      
 &amp;nbsp; 
 Für einen weiteren Artikel von mir über Robben klick hier:  Die alljährliche Jagd auf Robben.  
  &amp;nbsp;   Bestandsentwicklung 2020  
   Leider gibt es im Bereich des Naturschutzes oft negative Neuigkeiten zu verkünden. Da ist es umso erfreulicher, dass es zumindest den Kegelrobben im Wattenmeer immer besser geht.   Im Vergleich zum Frühjahr 2019 wurden in diesem Jahr 17 % mehr Kegelrobben gezählt. In der Summe macht das 7649 Tiere. Scheinbar, so die Vermutung der Experten, haben die Kegelrobben besonders von den Bewegungseinschränkungen profitiert, mit denen wir Menschen dieses Jahr belegt waren. Die Robben konnten sich dadurch über deutlich weniger Störungen freuen und haben diese Zeit ganz offensichtlich dazu genutzt, sich wunderbar um sich und ihren Nachwuchs zu kümmern.   Auch wenn die Zahlen in diesem Jahr ganz außergewöhnlich positiv sind, bestätigen sie doch einen Trend: Den Kegelrobben im Wattenmeer geht es besser. Seit der ersten Zählung dieser Art im Jahre 2008 har sich ihre Anzahl verdreifacht. In Deutschland werden die Tiere meist mit Helgoland in Verbindung gebracht. Die größte Kegelrobben-Population im Wattenmeer befindet sich allerdings in den Niederlanden. Dann erst folgen Niedersachsen und Helgoland. Die Populationen im restlichen Schleswig-Holstein und in Dänemark sind deutlich kleiner.   Ob und inwieweit dieser Populationszuwachs wirklich mit den Bewegungseinschränkungen in Verbindung steht, müssen zukünftige Untersuchungen erst zeigen. Denn die Zeit, in der die Kegelrobben ihren Nachwuchs bekommen, begann bereits im letzten Jahr, zu einem Zeitpunkt, als von derartigen Einschränkungen noch keine Rede war. Gegenstand dieser Untersuchungen wird dann sicher auch sein, warum die Anzahl der Jungtiere verhältnismäßig gering anstieg. Denn hier lag der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr nur bei 2 %, in einigen Gebieten war die Anzahl der Jungtiere sogar rückläufig.   Die Zählungen fanden im März und April, also genau zu den Hochzeiten der Maßnahmen, statt. Dieser Zeitraum bietet sich an, weil die Robben sich dann in ihrer Fellwechselperiode befinden. Währenddessen sind sie häufiger an Land und dadurch viel einfacher zu zählen. Denkbar wäre also auch, dass einfach viel mehr Tiere gezählt wurden, weil sie nicht durch Menschen gestört ins Meer geflüchtet sind. Letztendlich wird sich dann im nächsten Jahr zeigen, ob die Bestandskurve nach unten korrigiert werden muss. 
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            <title type="text">Der Biber</title>
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                 In vielen Bereichen ist der Biber wahrlich ein Tier der Superlative. Es beginnt bei seinem Erscheinungsbild. Mit bis zu 130 Zentimetern Länge und über 30 Kilogramm Gewicht ist er das zweitgrößte Nagetier der Welt. In der Regel bringt es ein erwachsener Biber allerdings nur auf etwa 20 Kilogramm. Natürlicherweise erreicht er ein Alter von 12 bis 14 Jahren. Bei uns ist der Biber vor allem in der Nacht aktiv. Das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass es hier kaum Gebiete gibt, in denen er nicht durch ständige Störungen durch den Menschen zur kräftezehrenden Flucht gezwungen wird. In Gebieten, die nur wenig bis gar nicht vom Menschen frequentiert werden, kann man ihn hingegen auch am Tag beobachten. Ansonsten gilt die Faustregel: Je kürzer die Nacht, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Biber auch bei Tageslicht zu Gesicht bekommt. Denn in kurzen Sommernächten fehlt ihm schlicht die Zeit, sich um alle anstehenden Aufgaben in der Dunkelheit zu kümmern.            Dass der Biber den direkten Kontakt mit uns eher meidet, bedeutet nicht, dass er sich nur in menschenleeren Gegenden niederlässt. Ganz im Gegenteil. Der Biber kommt auch im urbanen Bereich bestens zurecht. So verwundert es nicht, dass auch immer mehr Städte ihn als Bewohner in ihrer Mitte begrüßen dürfen. Der Biber ist sehr anpassungsfähig und stellt dementsprechend wenige Ansprüche an seinen Lebensraum. Ausreichend Nahrung vorausgesetzt, kann er fast jedes Gewässer besiedeln, das er auf der Suche nach einem eigenen Revier findet.    Warum heißt der Biber eigentlich Biber – und was hat das mit dem Bären zu tun?    Das Wort „Biber“ stammt aus dem Indogermanischen und bedeutet „braun“. Bär leitet sich von der gleichen Wortwurzel ab. Beides heißt im übertragenen Sinne also „der Braune“. Übrigens wird der Biber in verschiedenen Sprachen ebenfalls „der Braune“ genannt, zum Beispiel in Schweden oder Polen.    Biber-Kelle    Die Biber-Kelle kann ohne Zweifel als Multitool bezeichnet werden. Suppe wird damit zwar nicht gereicht, aber ansonsten ist die Liste der möglichen Verwendungsbereiche lang. Doch beginnen wir am Anfang: Was ist die Kelle des Bibers überhaupt?   Als Kelle wird beim Biber der Schwanz bezeichnet. Dieser ist sehr breit, abgeflacht und beschuppt. Der Schwanz wird im Tierreich häufig als Hilfsmittel genutzt, um die Balance besser zu halten. Diesen Zweck erfüllt auch der Biberschwanz. Doch seine Kelle kann noch viel mehr. Sehr wichtig für Biberfamilie ist dabei auch die Warnfunktion. Denn bei Gefahr wird die Kelle als Kommunikationsmittel verwendet: Wenn der Biber flüchtet, schlägt er vor dem Abtauchen einmal kräftig mit seinem Schwanz auf die Wasseroberfläche. Dieser Schlag ist weithin hörbar und jedes Familienmitglied ist umgehend gewarnt. In der Regel ist dieser Klatscher auch das, was wir Menschen vom Biber mitbekommen. Denn natürlich nimmt er auch uns Menschen als Gefahr wahr und warnt vor uns, lange bevor wir die Tiere zu Gesicht bekommen.   Der Biber verbringt viel Zeit schwimmend und tauchend im Wasser. Da kann es kaum überraschen, dass sein Schwanz hierbei als Ruder und Steuer Verwendung findet. Die breite Form ist dafür bestens geeignet und verhilft dem Biber zu einer ansehnlichen Geschwindigkeit und Wendigkeit im Wasser. Seine Nahrung nimmt der Biber oft am Gewässerrand auf. Hierbei sitzt er gerne im seichten Wasser und lässt es sich gut gehen. Der Schwanz dient ihm dabei als Stütze. Gleiches gilt an Land - auch hier wird der Schwanz zum Abstützen verwendet, wenn der Biber sitzend seine Nahrung zu sich nimmt.   Im strengen Winter steht dem Biber nur wenig Nahrung zur Verfügung. Da kommt ihm seine körpereigene Vorratskammer gerade recht. Denn in der Kelle reichert sich Fett an, von denen der Biber in der kalten Jahreszeit zehren kann. 
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            <title type="text">Der Rothirsch</title>
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                                            Der Rothirsch ist sagenumwoben und majestätisch. Gleich welches Attribut wir ihm zuschreiben, eines steht fest: Dem imposanten Tier zu begegnen, ist beeindruckend.
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                 Der Rothirsch ist sagenumwoben und majestätisch. Gleich welches Attribut wir ihm zuschreiben, eines steht fest: Dem imposanten Tier zu begegnen, ist beeindruckend. Kaum jemand wird das erste Zusammentreffen mit ihm vergessen.   Seinen Lebensraum hat der „König der Wälder“ nicht ganz freiwillig gewählt. Wo der Rothirsch nicht vom Menschen verfolgt und gestört wird, kann mam ihn auch am Tag im Offenland beobachten. Wo das nicht gewährleistet ist, hält sich der Rothirsch tagsüber im sicheren Wald auf und verlässt die schützende Deckung erst bei Dämmerung. Gute Aussichten auf eine Beobachtung im Hellen hat man zum Beispiel in Schottland. Aufgrund der vielerorts fehlenden Waldstrukturen treffen wir den Rothirsch dort regelmäßiger tagsüber an, als in Deutschland. Allerdings gibt es auch bei uns Ausnahmen. So hat man beispielsweise in jagdfreien Bereichen von Nationalparks gute Chancen auf eine Begegnung am Tag. Auch in den Alpen, auf ruhig gelegenen Alpweiden in einer Höhe von 2.000 bis 2.700 Metern, kann man das imposante Tier recht häufig auch am Tage beobachten.   Am einfachsten ist eine solche Beobachtung während der Brunftzeit. Dann kommt der Rothirsch auch an Orten tagsüber ins Offenland, wo wir ihn ansonsten eher nicht antreffen würden. Ein wenig Glück braucht man dafür allerdings. Vielerorts wird die Suche nach Rothirschen durch Beobachtungstürme und -plattformen erleichtert. Gleichzeitig können sie den Stress für die Tiere verringern, denn sie kennen die Stellen und wissen damit umzugehen.   Würden wir einen Rothirsch fragen, wo er am liebsten lebt, bekämen wir sicherlich unterschiedliche Antworten. Immerhin ist er ein sehr anpassungsfähiges Tier und kommt mit vielen Gegebenheiten zurecht. Jedoch mag er einen abwechslungsreichen Lebensraum am liebsten. Eine Mischung aus Wald, halb offenen und offenen Plätzen bietet ihm alles, was er zum Leben benötigt: Nahrung, schützende Rückzugsorte und ausreichend Platz, zum Beispiel für die Brunft.  Doch er kommt auch mit einseitig gestalteten Habitaten zurecht. So finden wir ihn in reinen Waldgebieten genauso wie in baumfreien Regionen. Ein eindrucksvoller Beleg für seine herausragende Anpassungsfähigkeit ist, dass er sich auch an Orten in der Welt durchgesetzt hat, wo er natürlicherweise nicht vorkommt. So wurde der Rothirsch beispielsweise in Argentinien und Neuseeland angesiedelt. Ein Misserfolg dieser Ansiedlungsversuche wäre für die Natur und schlussendlich auch für den Rothirsch besser gewesen. Allerdings hat er sich in diesen Ländern mittlerweile etabliert.   In Deutschland darf sich der Rothirsch nur in ausgewählten Bezirken aufhalten. Verlässt er sie, wird er erschossen. Diese naturverachtende Regelung sorgt dafür, dass der Rothirsch sein natürliches Leben nicht mehr führen kann: Wanderungen können nicht stattfinden. Somit findet zwischen den isolierten Populationen in Deutschland fast kein Austausch statt. Inzucht, mit all seinen negativen Folgen, wird zu einem immer größeren Problem. Durch die genetische Einfalt sind die Bestände deutlich anfälliger für Krankheiten. Viele Wissenschaftler sehen den dauerhaften Erhalt der Rothirschpopulationen in Gefahr, wenn daran nichts geändert wird und wir Voraussetzungen für einen genetischen Austausch schaffen.    Brunft    Wann die Paarungszeit der Rothirsche beginnt, ist auch abhängig vom Wetter. Milde Temperaturen sorgen in der Regel dafür, dass der Start nach hinten verlegt wird. Etwa ab Anfang September kann für bis zu sechs Wochen die Brunft beobachtet werden. Doch nicht nur der Beginn, auch die Dauer kann variieren. Ist es kälter, sind zumeist vermehrt Aktivitäten wahrnehmbar. Wird es milder, nehmen die Aktivitäten der Rothirsche ab.   Die Brunft ist weitaus mehr als Röhren und Kämpfen. Etwa ab seinem 6. Lebensjahr ist ein Rothirsch in der Lage, ein Rudel zu verteidigen und für sich zu beanspruchen - er wird damit zum Platzhirsch. Mithilfe seiner Voraugendrüse produziert der Hirsch ein Sekret, mit dem er seinen Brunftplatz markiert. Der dadurch verströmte Geruch ist auch für uns Menschen wahrnehmbar. Für Konkurrenten ist das Sekret die erste, gewaltfreie Botschaft mit klarem Inhalt: Hier ist mein Revier, geh lieber nicht weiter. Hilft diese Warnung nicht, unterstreicht der Platzhirsch seinen Gebietsanspruch, indem er mithilfe seines Geweihs den Boden aufwühlt. Vor allem junge, noch unerfahrene Männchen lassen sich hiervon leicht beeindrucken und räumen das Feld. Ganz nebenbei erfüllt der Rothirsch hiermit noch eine wichtige Aufgabe innerhalb des Ökosystems. Denn auf dem von ihm aufgebrochenen Boden haben es Samen von Bäumen und anderen Pflanzen einfacher zu keimen.   Als zusätzliches Mittel, um seinen Gebietsanspruch geltend zu machen, greift der Rothirsch selbstverständlich auch auf das weithin hörbare Röhren zurück. Und klar, auch der Urin darf nicht fehlen. Während der Brunft ist der Hirschurin mit einem Pheromon angereichert, welches sich ebenfalls durch einen sehr intensiven Geruch auszeichnet. All dies hilft in der Regel, Konkurrenten zu vertreiben, ohne kämpfen zu müssen. Allerdings nur solange der Eindringling unterlegen ist. Treffen zwei gleichstarke Tiere aufeinander, geht die Auseinandersetzung in die nächste Runde.   Doch auch dann wird nicht unmittelbar mit dem Kampf begonnen. Die Kontrahenten zeigen einander, was sie zu bieten haben. Mitunter lässt sich dabei beobachten, wie sie im Imponierschritt parallel zueinander gehen und sich gegenseitig ihre Breitseite präsentieren. In dieser Phase bleibt noch immer die Gelegenheit, den Platz zu räumen und friedlich aus der Situation herauszukommen. Denken beide weiterhin, sie wären der Größte, beginnt der Kampf. Frontal krachen die Rothirsche mit ihren Geweihen aufeinander. Jeder versucht, den anderen vom Platz zu schieben. Der Kampf ist dann zu Ende, wenn der Unterlegene flieht. In seltenen Fällen geht der Kampf bis ans Äußerste und endet mit dem Tod eines Kontrahenten. Wie kräftezehrend diese Zeit für die Platzhirsche ist, verdeutlicht eine Zahl besonders: Die imposanten Tiere verlieren während der Brunft bis zu 20 Prozent ihres Körpergewichts.   Interessant zu wissen: In natürlichen, unzerschnittenen Lebensräumen legen Hirsche oft weite Strecken zurück, um an ihren Brunftplatz zu gelangen. Nachgewiesen ist eine Strecke von 120 Kilometern. Da die Tiere in Deutschland nur inselartig verbreitet sind, sind ihre Wege hier zumeist weitaus kürzer.    Nachwuchs bei den Rothirschen    Rothirschmütter bringen ihren Nachwuchs etwa 230 Tage nach der Befruchtung zur Welt. Die Geburt findet bei uns in der Regel zwischen Mai und Juni statt. Steht der Moment bevor, vertreibt die Mutter ihren Vorjahresnachwuchs und sondert sich von ihrer Gruppe ab. Zumeist sucht sie sich ein Versteck im Unterholz und entzieht sich so dem Blick möglicher Fressfeinde.   Für das Geburtsgewicht gibt es eine Faustregel, die aber durchaus durch Ausnahmen gebrochen werden kann. Je älter und schwerer die Mutter ist, desto schwerer kann auch ihr Nachwuchs sein. Die Unterschiede zwischen deren Körpergewichten sind mitunter enorm und bewegen sich in einem Bereich von etwa sechs bis vierzehn Kilogramm.  Die Bande zwischen Mutter und Kind sind eng. Bereits kurz nach der Geburt kann das Neugeborene seiner Mutter folgen. Die Schritte sind aber noch wackelig und die Leistungsfähigkeit der Kleinen befindet sich noch in der Entwicklung.   Da der Nachwuchs noch nicht die nötige Vitalität besitzt, um selbstständig im harten Kampf zwischen Leben und Tod zu bestehen, hat die Natur für eine besondere Lösung gesorgt. So hat der Rothirschnachwuchs, wie alle Kinder, stets das Bedürfnis, mit ausreichend Nahrung versorgt zu werden. Die Mutter muss das gleiche Bedürfnis für sich selbst aber ebenfalls befriedigen. Eine miteinander nicht vereinbare Situation. Eigentlich - denn an dieser Stelle kommt die Natur mit ihrer Lösung daher. Hat das Kleine fertig getrunken und ist satt, verliert es seinen Bewegungsdrang und das Bedürfnis, der Mutter zu folgen. Stattdessen rollt es sich zusammen und ruht sich regungslos auf dem Boden liegend aus. Dort wartet es auf die Rückkehr der Mutter, die nun ausreichend Zeit hat, sich ihrerseits den Magen vollschlagen zu gehen.     Einsamkeit im Alter    In der Berichterstattung über sozialpolitische Themen wird oft über die Vereinsamung von Menschen im Alter berichtet. Aktuelle Umfragen legen offen, dass diese Problematik an Gewicht gewinnt. Da stellt sich doch die Frage: Sind wir Menschen mit dieser Problematik alleine?   Um die Antwort vorwegzunehmen: Nein - offenbar gibt es auch andere Spezies, denen es im Alter ähnlich ergeht wie uns Menschen. Forschende der Universitäten von Edinburgh und Oxford haben zu diesem Thema nun eine Studie veröffentlicht. Dafür wurden die sozialen Kontakte von Rothirschen im Verlauf ihres Lebens ausgewertet. Und der Datensatz, der dieser Studie zur Verfügung stand, ist kein kleiner. Die Daten wurden über einen Zeitraum von 46 Jahren gesammelt. Insgesamt kamen dabei über 200.000 Zählbeobachtungen von mehr als 3.500 Individuen zusammen. Ort der Beobachtungen war die schottische Isle of Rum.   Die Studie zeigt, dass mit den Jahren die Rolle einer Hirschkuh im sozialen Gefüge immer weiter abnimmt. Das geht so weit, dass die Tiere im hohen Alter sogar ihre altbekannten Aufenthaltsorte änderten. Sie verließen ihr gewohntes Terrain und wechselten in Gebiete, in denen weniger Artgenossen lebten. Neben der Isolation von ihren Artgenossen standen ihnen hier auch ein schlechteres Nahrungsangebot und ein kleineres Revier zur Verfügung. Der Studie zur Folge ist dieser Rückzug selbst gewählt und wird nicht zum Beispiel durch Vertreibung von anderen Herdenmitgliedern erzwungen.   Warum die Rothirsche ihr Sozialverhalten im Alter ändern, blieb bislang ihr Rätsel. Um das Geheimnis zu lüften, sind weitere Forschungsarbeiten von großer Bedeutung. Interessant wären sicherlich auch Arbeiten über ähnlich lange Zeiträume zu anderen Arten. Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie uns selbst „bekannte“ Arten immer wieder mit neuen Erkenntnissen und daraus resultierenden neuen Rätseln überraschen. Die Natur bleibt spannend! 
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            <title type="text">Der Feldhase</title>
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                                            Von Januar bis Oktober ist bei den Feldhasen der Kampf angesagt. Doch bei den Kämpfen spielen nicht rivalisierende Männchen, sondern ausnahmsweise das Weibchen die Hauptrolle. Ob Sprinten oder Boxen – nur der sportlichste Feldhase kommt für die Fortpflanzung in Frage.
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                 Von Januar bis Oktober ist bei den Feldhasen der Kampf angesagt. Doch bei den Kämpfen spielen nicht rivalisierende Männchen, sondern ausnahmsweise das Weibchen die Hauptrolle. Ob Sprinten oder Boxen – nur der sportlichste Feldhase kommt für die Fortpflanzung in Frage. 
  In der Mythologie  
   Der Hase war einst fester Bestandteil von Mythen und Sagen überall auf der Welt. Mit ihrer Hilfe wurden Dinge erklärt, für die es damals keine Erklärung gab. Ein Tier, das schon beim geringsten Anlass flieht, muss etwas im Schilde führen. Wie ließe sich die Intelligenz des Hasen besser erklären, als dass er mit Hexen im Bunde steht? Einige Kulturen gingen noch einen Schritt weiter. Hier stand der  Hase nicht im Bund mit Hexen, sondern hatte sogar die Fähigkeit, sich selbst in eine Hexe zu verwandeln. Wegen seiner allseits bekannten Rammelei galt er als lasterhafter Ernteschädling. Ähnlich wie bei schwarzen Katzen glaubte man, dass es Unglück brächte, wenn ein Hase seinen Weg kreuzte.     
 Dass die Häsin 3 bis 4 Mal im Jahr trächtig wird, hat die Menschen schon früh fasziniert. Die  Römer  erhoben den Hasen zum Fruchtbarkeitssymbol, was ihm postwendend einen Platz in den Kochtöpfen sicherte. Denn d er Genuss von Hasenfleisch versprach die Steigerung der Fruchtbarkeit. So wird überliefert, dass sich  Kaiser Severus Alexander  aus diesem Grund drei Mal in der Woche Hasenbraten zubereiten ließ.   
 Das Jahr 751 brachte für die Hasen ein Aufatmen mit sich.  Papst Zacharias  verbot den Verzehr von Hasenfleisch – ein Satansbraten, der die Sexualität fördern soll, wurde im frühen Christentum im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt. Doch im Angesicht des Hungers in der Bevölkerung war das sicherlich kein wirksamer Schutz für den Feldhasen. Spätestens seitdem der &quot;Osterhase&quot; Einzug in die christliche Liturgie fand, ist er des Menschen nicht mehr sicher…       Da diese Mythen auch eine gewisse Kraft des Tieres voraussetzen, verwundert es nicht, dass der Hase auch ein Bestandteil der Medizin im  Mittelalter  gewesen ist. Verschiedene Teile des Hasen wurden verwendet, um unterschiedliche Leiden zu heilen. Wunden wurden mit der Galle behandelt. Dem Hasenhirn wurde nachgesagt, es würde Babys schneller zahnen lassen. Andere Organe wurden zu Liebestränken gemischt, um die Fruchtbarkeit zu steigern.     Seiner vielbeschriebenen Cleverness ist sogar ein Gedenkstein gewidmet. Die ihm zugrunde liegende Geschichte spielte im Rheinland: Wir schreiben das Jahr 1888 und sind auf einer Treibjagd im Klottenforst. Gleich sieben Jäger nahmen hier einen Hasen ins Visier. Allerdings blieben sie allesamt erfolglos. Denn der Hase wich ihren Schüssen tanzend aus und verschwand im Dickicht. Diesem Hasen war der  Siebenschussstein  gewidmet. Allerdings war das nicht geplant und der Urheber des „Sibbeschuss“, wie der Stein im Volksmund heißt, ist nicht bekannt. Ursprünglich war der Stein, der zum Denkmal wurde, nur ein Stein – genau genommen ein Grenzstein. Auf diesen wurde vom erwähnten Unbekannten ein Hase gemalt, in blauer Farbe. Im Jahr 1973 verschwand der Stein. Doch fünf Jahre später wurde beschlossen, ein neues Denkmal anzufertigen. Bis heute ist dieser zweite „Sibbeschuss“ fest im Boden verankert. Ende der Geschichte? Nicht ganz! Im Jahr 1985 tauchte der alte Stein wieder auf. Er fand seinen Platz am Stall des Forsthauses Buschhoven, wo er in die Wand eingemauert wurde.     Eine romantisch anmutende Sage finden wir in  Japan . Sie beschäftigt sich mit der Fortpflanzung der Hasen. Es geschieht, wie sollte es anders sein, bei Vollmond. Dann steigt ein Hase vom Himmel herab. Auf der Erde angekommen, läuft er zum Meer und spielt in den Wellen. Im Anschluss daran, so die Sage, pflanzt er sich zahlreich fort.     Auch bei den Natives in  Amerika  ist der Hase positiv belegt. Eine Sage beschreibt, wie sich ein Hase von einem fast verhungerten Alten aufessen ließ. Dieser Alte war niemand anders als der König der Götter. Der König legte die Überreste des Hasen auf dem Mond ab. So sollte für alle Zeiten an sein Opfer erinnert werden.     
 
  Die Gefährdung  
 Hoppelt ein Feldhase heutzutage durch Deutschland, trifft er in seinem Lebensraum laut brummende Metallkisten, die auf grauem Grund vorbeirasen. Etwa 60.000 seiner Artgenossen kommen jedes Jahr bei einer solchen Begegnung ums Leben. 
 Wie andere Wildtiere, leidet auch der Feldhase unter der Zerschneidung der Natur durch unsere Straßen. Jeder 20. Quadratmeter ist mit Straßen und Plätzen bedeckt und jährlich kommt eine Fläche so groß wie 33.700 Fußballfelder an Siedlungs- und Verkehrsfläche hinzu. 
 Doch auch abseits der Straßen wird die ursprüngliche Natur zunehmend zurückgedrängt. So nutzen die Menschen jeden 3. Quadratmeter landwirtschaftlich. Die Felder werden von Monokulturen beherrscht, die kaum Nahrung für den Feldhasen bieten. Doch für ihn sind Schutz und Nahrung überlebenswichtig. Angesichts unseres immensen Flächenbedarfs sind wir in der Pflicht, bestehende Wildhecken zu erhalten und neue zu schaffen. 
 Obwohl der Feldhase in Deutschland in der Roten Liste als  gefährdet  bis  stark gefährdet  geführt wird, rückt der Mensch ihm weiter auf den Pelz. Denn selbst seine Gefährdung schützt ihn nicht davor, von Menschen getötet zu werden. Auf 60.000 im Straßenverkehr getötete Feldhasen kommen über 180.000 Feldhasen, die von Jägern getötet werden (  Stand 2017  ).&amp;nbsp; 
 
 Ein weiter Grund für den starken Rückgang des Bestands wird insbesondere in der Intensivierung der Landwirtschaft gesehen. In diesem Zuge wurden den Wildtieren innerhalb der letzten zehn Jahre fast drei Viertel der Brachflächen genommen. Die flächendeckend angebauten Monokulturen bieten dem Feldhasen, der sich insbesondere von Wildkräutern ernährt, weder Schutz noch eine ausreichende Nahrungsgrundlage. Hinzu kommt der massive Einsatz von Dünger und Pestiziden, der im wahrsten Sinne des Wortes Gift für die Wildtiere ist. 
  Hase oder Kaninchen?  
   Für viele Menschen ist ein Feldhase im Grunde nichts anderes als ein großes Wildkaninchen. Oder anders herum - auf jeden Fall irgendwie gleich. Aber wie so oft gilt: Nur weil viele Menschen glauben, etwas zu wissen, muss das noch lange nicht stimmen. Denn die beiden Arten unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht.     In einem Punkt ist der Vergleich aber richtig: Der Feldhase ist deutlich größer als  das Wildkaninchen. Er kann eine Länge von 57 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 8 Kilogramm erreichen. Im Regelfall liegt das Gewicht zwar deutlich darunter, aber dennoch bleibt er eine stattliche Erscheinung. Außerdem sind sowohl seine Ohren als auch seine Beine im Verhältnis zum Körper sehr viel länger als das beim Wildkaninchen der Fall ist.     Der Feldhase schützt sich durch einen Rundumblick von fast 360 Grad. Die Fähigkeit dazu geben ihm seine seitlich stehenden Augen. Allerdings ist er kurzsichtig und auf die Bewegungswahrnehmung spezialisiert. Wenn ihr einen Feldhasen beobachten möchtet, ist das Vermeiden von Bewegungen also auf jeden Fall hilfreich.        Das Fell    Der Feldhase ist, anders als das Wildkaninchen, in zweierlei Hinsicht auf sein Fell angewiesen. Natürlich dient es auf der einen Seite der Tarnung und somit dem Schutz vor Feinden. Anders als das Wildkaninchen nutzt der Feldhase keine Bauten. Und auch ihren Nachwuchs ziehen sie im Freien auf. Ein guter Kälte- und Nässeschutz ist daher auf der anderen Seite umso wichtiger. Während ein Wildkaninchen sich bei Regen einfach in seinen Bau zurückziehen kann, muss sich der Feldhase anders vor Durchnässung schützen.   Deshalb besteht das Feldhasenfell grob unterteilt aus zwei Bestandteilen: Die Unterwolle ist fein und weich. Sie verhindert vor allem eine Unterkühlung. Aus eigener Erfahrung aber wissen wir: Wer nass ist, friert. Um das zu verhindern, verfügt der Feldhase zudem über eine Grannenbehaarung. Diese Haare sind eine Form von Deckhaaren bei Säugetieren. Der Name kommt daher, dass sie am Ende eine kolbenartige Verdickung aufweisen. Diese Verdickung ähnelt einer Granne (dieser botanische Begriff beschreibt einen meist starren, faden- oder borstenförmigen Fortsatz eines Pflanzenorgans). Neben einer zusätzlichen wärmenden Eigenschaft sind die Grannenhaare besonders feuchtigkeitsabweisend. Unterwolle und Deckhaar bieten dem Feldhasen zusammen einen perfekten Schutz vor Kälte und Nässe.   Auf der Oberseite ist der Feldhase braungelb gefärbt. An den Seiten finden sich ins Rötliche gehende Farbtöne wieder. Durch schwarze Spitzen bildet sich eine ganz besondere Kontur, die den Feldhasen mit seiner Umgebung verschmelzen lässt. So ist er gut vor seinen Feinen geschützt, auch ohne schützenden Bau. Neben dem Menschen zählen natürlicherweise zum Beispiel Fuchs, Raben- und Greifvögel, sowie Wildschweine zu seinen Feinden. Zum Winter hin ist dann eine Änderung bei der Fellfärbung erkennbar. Der Feldhase passt sich der veränderten Farbgebung in der Natur an und wird heller, eher ins Gräulich-Bräunliche. Somit ist er auch auf die kalte Jahreszeit gut getarnt vorbereitet.   Übrigens: Die weißen, festen Barthaare erfüllen noch eine weitere Funktion. Sie dienen dem Feldhasen als Tasthaare.    Häschen in der Grube    Der Feldhase liebt, wie der Name schon vermuten lässt, das Offenland. Hier hat er eine gute Rundumsicht und kann sich somit bestmöglich gegen Feinde absichern. Für ihn ist das besonders wichtig, da er sich nicht – wie beispielsweise das Wildkaninchen – zum Schutz in Bauten zurückzieht. Der Feldhase ruht stattdessen in sogenannten Sassen. Eine Sasse ist im Grunde nicht viel mehr als eine Kuhle im Boden, mit deren Hilfe der Feldhase mit seiner Umwelt verschmilzt.   Auch sein Fell hilft ihm bei der Tarnung, denn es wechselt im Laufe der Jahreszeiten seine Färbung. So ist es im Sommer deutlich dunkler als im Winter. Doch reicht das, um im Offenland zu überleben? Nicht wirklich, denkt sich der Feldhase und geht lieber auf Nummer sicher. Kommt er von der Futtersuche zurück, nimmt er dabei nie den direkten Weg zu seiner Sasse. Mit der Absicht, seine Feinde zu täuschen, macht er Umwege, um falsche Fährten zu legen. Zu guter Letzt springt er mit einem größtmöglichen Sprung in seine Sasse, um die Duftspur auf diesem Wege möglichst ins Leere laufen zu lassen. Dabei hilft dem Feldhasen eine besondere Eigenschaft: Denn er hat an seinen Pfoten keine Duftdrüsen.   Sein Bemühen um eine bestmögliche Tarnung ist vor allem im Winter zu beobachten – beziehungsweise eben nicht zu beobachten. Dann lässt er sich nämlich in seiner Sasse sogar einschneien und fällt somit überhaupt nicht auf – sofern es ausreichend schneit. 
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            <title type="text">Der Bisam</title>
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                 Mit über 2000 Arten stellen die Nagetiere weltweit fast die Hälfte aller Säugetierarten dar. Im Laufe der Zeit haben sie die unterschiedlichsten Lebensräume erschlossen. Doch nicht immer ging ihre Verbreitung natürlich vonstatten.    Der Bisam – oft irrtümlicherweise als Bisamratte bezeichnet – gelang durch den Menschen zu uns. Ursprünglich stammt er aus Nordamerika. Die Menschen wollten ihm an den Pelz und brachten ihn mit nach Europa. Dort fand er wie viele andere Tiere den Weg in die Freiheit und fühlt sich mittlerweile wohl bei uns.    Zoologisch gehört der Bisam zu den Wühlmäusen – die Bezeichnung Bisamratte ist daher irreführend. Der Bisam erreicht ein Gewicht von bis zu 2.300 Gramm und eine Kopf-Rumpflänge von etwa 35 Zentimetern. Allein der Schwanz ist etwa 22 Zentimeter lang. Insgesamt ist der Bisam kleiner als Nutria und Biber, aber größer als die Wanderratte, mit denen man ihn auf den ersten Blick verwechseln könnte.    Wie es sich für Nager gehört, fallen auch beim Bisam die Schneidezähne durch ihre Größe auf. Die orangene Färbung ist keineswegs ein Zeichen von mangelnder Körperpflege. Vielmehr ist sie auf die Einlagerung von Eisen zurückzuführen. Dadurch sind die Schneidezähne besonders robust und zum Nagen bestens geeignet.    Der Bisam lebt die meiste Zeit im Wasser. An Land ist das scheue Nagetier eher unbeholfen. An die Art des Gewässers stellt der Bisam kaum Ansprüche. Er besiedelt sowohl Fließ- als auch Stillgewässer.   Im Gegensatz zu Biber und Nutria verfügt der Bisam nicht über Schwimmhäute an den hinteren Pfoten. Dennoch ist er ein geschickter Schwimmer. Anstelle der Schwimmhäute sorgen beim Bisam sogenannte Schwimmborsten an den Rändern der Zehen für eine paddelartige Vergrößerung. Er ist auch ein guter Taucher: Bis zu zehn Minuten kann er unter Wasser bleiben und dabei sogar seine Ohren wasserdicht verschließen.   Zur Fortbewegung im Wasser nutzt er in erster Linie seine Beine. Sein Schwanz hilft ihm bei der Steuerung.    Wird der Bisam vom Menschen gestört oder bejagt, verlagert er seine Aktivitäten in die Dämmerung und Nacht. In Gebieten, in denen Störungen durch den Menschen selten sind, kann der Bisam aber auch am Tag regelmäßig beobachtet werden.    Der Bisam ernährt sich überwiegend pflanzlich. Wie bei seinem Lebensraum ist er auch bei seiner Nahrung breit aufgestellt. Schilf, verschiedene Schachtelhalmarten, Getreide, Obst, die Knolle der Topinambur und viele weitere Pflanzen stehen auf seinem Speiseplan. Allerdings ist er kein Vegetarier – wenn es an pflanzlicher Kost mangelt, greift er auch auf tierische Nahrung zurück. Dazu zählen beispielsweise Muscheln, Krebse, Larven und andere kleine Tiere. Nur selten frisst er Fische oder Frösche.   Die Behauptung, der Bisam würde auch Vögel oder deren Eier verzehren, ist nichts weiter als das: eine Behauptung. Wissenschaftlich bestätigt werden konnte dies bislang nicht.    Übrigens hat der Bisam ernst zu nehmende Feinde – beispielsweise Fischotter, Uhu und Rotfuchs. Besonders groß ist die Bedrohung durch Fressfeinde in Jahren, in denen die Wühlmauspopulation sehr gering ist. Das ergaben Untersuchungen in Schweden. Allerdings hat der Bisam ohnehin eine geringe Lebenserwartung. Denn seine Mahlzähne sind mit etwa drei Jahren derart abgenutzt, dass die Tiere schlicht verhungern. 
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            <title type="text">Das Wildkaninchen </title>
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                                            Es ist kleiner als der Feldhase und kürzere Ohren hat es auch: das Wildkaninchen. An ein Leben in der Kulturlandschaft ist es perfekt angepasst. So kann man das Wildkaninchen auch innerhalb von Dörfern und Städten antreffen.
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                 Es ist kleiner als der Feldhase und kürzere Ohren hat es auch: das Wildkaninchen. An ein Leben in der Kulturlandschaft ist es perfekt angepasst. So kann man das Wildkaninchen auch innerhalb von Dörfern und Städten antreffen. Die geselligen Tiere lieben abwechslungsreiche Wiesenlandschaften mit ausreichend Versteckmöglichkeiten. Sind die Böden dann noch leicht und sandig, hat das Wildkaninchen seinen Lieblingsplatz gefunden. Denn hier kann es problemlos seine unterirdischen Gangsysteme anlegen.    Anders als viele Menschen glauben, gehört das Wildkaninchen ursprünglich nicht zu den bei uns heimischen Tieren. So kam es seinerzeit auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen Nordafrikas vor. Es war der Mensch, der es im Mittelalter in Europa angesiedelt hat. Ebenso ist der Mensch für seine Verbreitung in Amerika, Australien und Neuseeland verantwortlich.   Schon im Februar beginnt beim Wildkaninchen die Fortpflanzungszeit, die bis in den Oktober reicht. In diesem Zeitraum bringen sie etwa 4 bis 7 Mal Nachwuchs zur Welt. Dabei werden jedes Mal durschnittlich 4 bis 6 Junge geboren, die zu Anfang noch nackt und blind sind. Eine Besonderheit, mit der das Wildkaninchen aufwarten kann, ist der Eisprung. Dieser wird erst durch die Paarung ausgelöst.    Wildkaninchen sind oft in der Dämmerung und der Nacht aktiv. Sind sie nicht an den Menschen gewohnt, kann ihre Beobachtung allerdings ein zeitraubendes Unterfangen werden. Denn Wildkaninchen verfügen über einen ausgezeichneten Geruchs- und Gehörsinn. Sich ihnen unbemerkt zu nähern, ist daher fast unmöglich. In urbanen Lebensräumen sind Wildkaninchen jedoch häufig an den Menschen gewöhnt und daher viel leichter zu beobachten. Sie ernähren sich vor allem von Kräutern, Gräsern, Knospen und auch Wurzeln. In Wintern, wo diese Nahrung knapp wird, greifen sie auch auf Rinde zurück. 
  Der Trick mit der Verdauung  
   Die Geschichte mit dem Stuhlgang nach dem Essen ist beim Wildkaninchen nicht so einfach, wie man es von vielen anderen Tieren kennt. Was oben rein kommt, kommt irgendwann hinten wieder raus. Soweit stimmt es auch beim Wildkaninchen. Allerdings ist das, was dazwischen passiert, eine höchst interessante Angelegenheit:    Das Wildkaninchen produziert keine Enzyme, mit denen es Cellulose (einer der wich tigsten pflanzlichen Baustoffe) spalten kann. Das ist ein Problem, wenn man an die Nährstoffe in schwer verdaulichen Pflanzenteilen herankommen möchte. Doch das Wildkaninchen hat eine besondere Lösung parat: Wenn es Nahrung zu sich nimmt, wird sie nicht direkt verdaut. Stattdessen wird sie im Blinddarm sozusagen zwischengelagert und dort fermentiert. Dieser Prozess dauert etwa 2 bis 12 Stunden.   Dabei entsteht ein Kot, der ein Gemisch aus unverdauten Nahrungsbestandteilen und speziellen Bakterien enthält. Dieser Kot ist, anders als die Hinterlassenschaften, die wir von Wildkaninchen kennen, nicht rund und fest, sondern weich. Er wird von dem Wildkaninchen vor allem morgens ausgeschieden und direkt wieder gegessen. Dadurch nimmt es die bei der Fermentation entstandenen Proteine, Vitamine und Aminosäuren zusammen mit den Bakterien auf. Nur auf diesem Wege kann sich das Wildkaninchen die Nährstoffquelle erschließen.   Natürlich muss auch diese Nahrung wieder ausgeschieden werden. Zuvor wird dem Kot die Feuchtigkeit entzogen und es entstehen die angesprochenen Kotkügelchen, die sicher jeder schon einmal gesehen hat.      Besserwisserwissen : Der ganze Vorgang hat natürlich auch eine eigene Bezeichnung, er wird als „ Caecotrophie “ bezeichnet.    Bestandsrückgänge    Sorgt der Mensch dafür, dass es in einem Gebiet eine neue Art gibt, zieht das nicht selten große Probleme nach sich. Fehlende Fressfeinde können schnell zu Überpopulationen führen, die sich auf das gesamte Ökosystem negativ auswirken. Bei uns in Deutschland trifft das auf das Wildkaninchen nicht zu. Hier haben sich eine ganze Reihe natürlicher Feinde aufgestellt, die für eine Bestandsregulierung sorgen. Füchse, Wölfe und Luchse machen genauso Jagd auf das Wildkaninchen wie Iltis, Wiesel und Marder. Und auch aus der Luft droht Gefahr. Denn zum Beispiel Eulen und Greifvögel wissen die Wildkaninchen ebenfalls als Nahrung zu schätzen.   Erhebliche Bestandsrückgänge gehen auch zulasten verschiedener Viruserkrankungen. Diese wurden zum Teil gezielt vom Menschen in Umlauf gebracht. Mit einer Sterblichkeitsrate von etwa 40 bis 60 Prozent sorgt Myxomatose, auch als Kaninchenpest bezeichnet, immer wieder für Einbrüche in einzelnen Wildkaninchenbeständen. Seit ein paar Jahren tritt bei uns auch immer häufiger die sogenannte Chinaseuche auf. Diese Erkrankung, die durch ein Calicivirus verursacht wird, befällt nach heutigem Kenntnisstand ausschließlich Kaninchen und zieht eine Sterblichkeit von bis zu 100 Prozent nach sich. Erst die Zukunft wird zeigen, wie stark sich dieses Virus auf unsere Wildkaninchenbestände auswirken wird.    Der Nachwuchs    Schon im Februar beginnt beim Wildkaninchen die Fortpflanzungszeit. Versteckt in einer unterirdischen Kammer kommen die Jungtiere zur Welt. Im Gegensatz zum Feldhasen sind sie keine Nestflüchter, sondern Nesthocker. Bei der Geburt sind sie nackt, blind und taub. Deshalb brauchen sie die Nestwärme, die sie im Kaninchenbau finden. Findet man ein kleines, nacktes Wildkaninchen außerhalb des Baus, braucht es unbedingt menschliche Hilfe. In einem solchen Fall sollte sofort Kontakt zu einer Wildtierstation aufgenommen werden.   Bis der Kaninchennachwuchs die Augen öffnet, vergeht mehr als eine Woche. Etwa zwei bis drei Wochen nach der Geburt verlässt er das erste Mal den schützenden Bau. Rasch wachsen sie von der Muttermilch genährt heran und werden in kurzer Zeit geschlechtsreif. Dennoch sorgen sie meistens erst in ihrem zweiten Lebensjahr selbst für Nachwuchs.    
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                            <updated>2021-10-20T00:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Der Europäische Bison</title>
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                                            Bei der Wahl seines Lebensraumes ist der Europäische Bison breit aufgestellt. In Laub- oder Mischwälder - bevorzugt mit Lichtungen und Zugang zu Wasserstellen - lebt er genauso gerne wie in Bergwäldern oder alpinen Wiesenlandschaften. 
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                 Bei der Wahl seines Lebensraumes ist der Europäische Bison breit aufgestellt. In Laub- oder Mischwälder - bevorzugt mit Lichtungen und Zugang zu Wasserstellen - lebt er genauso gerne wie in Bergwäldern oder alpinen Wiesenlandschaften. Würden wir ihn lassen, käme er aber auch in der von uns Menschen geprägten Kulturlandschaft zurecht. Weiden, Wiesen und forstwirtschaftlich genutzte Wälder wären für ihn geeignete Lebensräume. Vielmehr als die Art des jeweiligen Lebensraumes ist für ihn nämlich das Angebot an möglichst vielfältiger Nahrung.   Der Europäische Bison - auch schlicht Wisent genannt - ist ein Pflanzenfresser. Daher ist eine Fülle an Pflanzenarten für ihn besonders wichtig, da eine ausreichende Versorgung mit Nahrung über die gesamte Vegetationsperiode gesichert sein muss. Neben Wildkräutern und Gräsern stehen junge Triebe, Wurzeln, Laub, Baumrinde und auch Pilze bei den mächtigen Tieren hoch im Kurs. Große Tiere wie der Bison hinterlassen zwangsläufig ihre Spuren. In einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft führt das natürlich zu Konflikten. Diese Konflikte einmal außer acht gelassen, wäre der Bison eine große Hilfe für uns, gleich mehrere Probleme, die auch für uns Menschen entscheidend sind, zu lösen: So gestaltet er seinen Lebensraum, indem er offene Flächen schafft und gleichzeitig in der Lage ist, diese auch zu erhalten.   Hiervon profitiert die gesamte Artenvielfalt. Und das ist gerade in Zeiten des Artensterbens eine überaus dankbare Eigenschaft. Hinzu kommt, dass der Bison die Böden nicht schädigt. Anders als durch die Maschinen von uns Menschen werden sie von ihm nicht verdichtet, was ihre Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu speichern, erhält und sogar verbessert. Angesichts der immer häufiger auftretender Starkregenereignisse und dem gleichzeitigen Rückgang unserer Grundwasservorräte ist auch dies eine wertvolle und zugleich kostenlose Dienstleistung für uns Menschen. 
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                            <updated>2021-07-15T11:00:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Przewalski Pferd</title>
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                                            Heute kommen wieder vereinzelte wilde und halbwilde Populationen von Przewalski Pferden in unterschiedlichen Regionen vor. In Deutschland können sie mit etwas Glück zum Beispiel in der Döberitzer Heide, die von der Heinz Sielmann Stiftung betreut wird, beobachtet werden.
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                 Nikolai Michailowitsch Przewalski war Forschungsreisender und Offizier der Kaiserlich Russischen Armee. Seine Forschungsreisen führten ihn immer wieder nach Zentralasien. Von einer solchen Reise brachte er im Jahre 1878 Schädel und Haut einer bis dahin in der westlichen Welt nicht beschriebenen Pferdeart mit. Wissenschaftlich eingeführt würde die Art dann drei Jahre später, beschrieben von Iwan Semjonowitsch Poljakow. Auch wenn Przewalski nicht der erste Forscher war, der diese Art entdeckt hat, wurde ihm dennoch die Ehre zuteil, Namensgeber zu werden. Die erste dokumentierte Beschreibung einer Begegnung mit dem Przewalski-Pferd aus einer westlichen Kultur stammt übrigens von dem schottischen Arzt John Bell. Dieser reiste von 1719 bis 1722 im Dienste des Zaren Peter I. nach Peking und traf dabei auf die wilden Pferde.   Das vorerst letzte frei lebende Tier wurde im Jahre 1969 gesichtet. Danach gab es die Przewalski-Pferde nur noch in Gefangenschaft. Heute kommen wieder vereinzelte wilde und halbwilde Populationen in unterschiedlichen Regionen vor. In Deutschland können sie mit etwas Glück zum Beispiel in der Döberitzer Heide, die von der Heinz Sielmann Stiftung betreut wird, beobachtet werden. 
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                            <updated>2021-06-03T20:15:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Der Wolf</title>
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                                            Ein lang gehegter Traum hat sich erfüllt. Nachdem ich es in der Vergangenheit bereits vergeblich versucht habe, hat es nun endlich geklappt. Ich bin ihm begegnet: dem Wolf.
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                 Ein lang gehegter Traum hat sich erfüllt. Nachdem ich es in der Vergangenheit bereits vergeblich versucht habe, hat es nun endlich geklappt. Ich bin ihm begegnet: dem Wolf.   Er ist ein überaus anpassungsfähiges Tier. Denken wir an den Wolf, haben wir in erster Linie Wildnis vor Augen. Doch diese Analogie stimmt so nicht. Denn Wölfe lassen sich in den unterschiedlichsten Lebensräumen nieder. Sie bevorzugen Wälder oder Grasland, das bestenfalls Buschwerk vorhält. Das erleichtert ihnen, ein ruhiges Versteck zu finden oder sich unbemerkt an Beutetiere heranzuschleichen. Außerdem kommen Wölfe auch wunderbar mit der bei uns in Deutschland vorherrschenden Kulturlandschaft zurecht.   Wölfe leben in einem Familienverband, dem Rudel. Innerhalb dieses Verbandes gehen sie enge soziale Bindungen ein. Ein Wolfspaar bleibt in der Regel sein ganzes Leben lang zusammen. Ein Familienverband in Deutschland besteht normalerweise aus den Eltern, deren aktuellem Nachwuchs und den Kindern aus dem Vorjahr. Diese wandern nach Erlangen der Geschlechtsreife aber für gewöhnlich ab und suchen sich ein eigenes Revier. So ist gewährleistet, dass der Familienverband nicht zu groß wird und das Revier ausreichend Nahrung bereithält.   Die Größe eines Reviers richtet sich in erster Linie nach der Verfügbarkeit von Nahrung. Je mehr Nahrung es gibt, desto kleiner kann auch das Revier sein. Zudem muss es ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten, zum Beispiel für die Höhle. In der Regel ist ein Wolfsrevier in Deutschland etwa 150-200 Quadratkilometer groß – das entspricht über 20.000 Fußballfeldern!   Dass eine Wolfsfamilie von einem sogenannten Alphatier angeführt wird, dem sich alle anderen Mitglieder des Verbandes bedingungslos unterwerfen müssen, ist übrigens ein Mythos. Dieser Irrglaube stammt aus Zeiten, in denen wir unser Wissen über die Wölfe aus ihrem Verhalten in Gefangenschaft erlangt haben. Erst als sich die Feldforschung, also das Erforschen der Tiere in Freiheit, durchgesetzt hat, wurde deutlich, dass sich die Tiere hier vollkommen anders verhalten. Sie sind untereinander sehr viel liebevoller und alles andere als aggressiv.   Meine Begegnung mit den Wölfen war nur kurz. Aber es war unfassbar schön. Ich wünsche mir, dass ich in Zukunft noch weitere Begegnungen mit diesen wundervollen Tieren haben werde.   Das Bild ist bei Heiko (Das Leben unserer Wölfe - Heiko Anders) in der Lausitz entstanden. Wenn ihr euch für das Thema Wölfe interessiert, kann ich euch sein Buch „Das Leben unserer Wölfe“ empfehlen. 
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                            <updated>2020-09-27T20:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Die Rötelmaus</title>
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                                            Mucksmäuschenstill leben sie unter uns – in Wäldern, auf Feldern oder in Gärten. Nur durch ein leises Rascheln machen sie sich bemerkbar, wenn sie sich durch Pflanzen und Laub hindurch ihre Wege suchen. 
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                 Mucksmäuschenstill leben sie unter uns – in Wäldern, auf Feldern oder in Gärten. Nur durch ein leises Rascheln machen sie sich bemerkbar, wenn sie sich durch Pflanzen und Laub hindurch ihre Wege suchen. 
  Hier lebt die Rötelmaus  
 Die Rötelmaus ist insgesamt sehr anpassungsfähig, was die Wahl ihres Lebensraumes angeht. So kommt sie auch in unserer direkten Nachbarschaft zurecht und besiedelt Gärten und Parks im urbanen Bereich. Einst war die Populationsdichte der Rötelmaus weitaus geringer als heute. Der Grund dafür sind wir selbst. Die Rötelmaus ist einer der wenigen Profiteure unserer starken Eingriffe in Ökosysteme und deren Zerstörung durch Kultivierung.     In einem natürlichen Buchenmischwald, wie er in Deutschland ohne die Eingriffe der Menschen dominieren würde, ist die Populationsdichte der Rötelmaus gering. Erst forstwirtschaftliche Eingriffe und die dadurch vielerorts entstandenen Plantagenwälder haben beste Voraussetzungen für die starke Vermehrung der Rötelmaus geschaffen.     Wie hängt das zusammen? Ein natürlicher Buchenmischwald ist in erster Linie eines: dunkel. Dadurch entwickelt sich unter den Bäumen nur wenig Bewuchs. Diesen sollte es im Rötemausparadies geben, am besten reichhaltig. Und das gleich aus zwei Gründen. Zum einen nutzt die Rötelmaus Bewuchs als Nahrungsquelle, hoch im Kurs stehen hier beispielsweise Beerengehölze. Zum anderen benötigt sie die Vegetation als Deckung. Sie legt hier ihr weitverzweigtes System aus Wegen an.   Im natürlichen Buchenmischwald findet sie beides nur selten. Zum Beispiel nach einem Windwurf. Die ursprünglichen Lebensräume der Rötelmaus liegen an Waldrändern, an Offenstellen im Wald oder im Offenland, das aber ausreichend Vegetation bietet. Durch unsere Eingriffe, vor allem in das Ökosystem Wald, haben wir der Rötelmaus hier perfekte Lebensbedingungen geschaffen. Nicht nur, aber auch aus diesem Grund wäre ein respektvollerer Umgang mit diesen Tieren mehr als angebracht. 
  Das isst die Rötelmaus  
 Die Rötelmaus ist breit aufgestellt, was ihren Speisezettel angeht. Je nach Jahreszeit ist ihr Tisch reich bis dürftig gedeckt. Im Frühling hat sie es vor allem auf das erste Grün abgesehen. Keimlinge, Kräuter und Gräser machen dann einen großen Teil ihrer Nahrung aus. Im Sommer, bis in den Herbst, wird die Nahrungspalette erweitert. Früchte, Pilze, Knospen und Samen werden emsig gesammelt und gefuttert. Im Winter ist der sprichwörtliche Schmalhans Küchenmeister. Denn in der Natur ist zu dieser Zeit nicht mehr viel zu finden. Deswegen wird vermehrt auf Baumrinde als Nahrung zurückgegriffen. Allerdings nicht nur. Denn die schlaue Maus hat vorgesorgt und Vorratsdepots angelegt. Hier findet sie alles, was sie im Sommer und Herbst nicht verbraucht hat, wie zum Beispiel Bucheckern oder Eicheln. Wer denkt, die Rötelmaus sei ein Vegetarier, der irrt. Denn über das ganze Jahr verteilt, ernährt sie sich ebenfalls von Würmern, Spinnen und Insekten. Die Gewichtung der Nahrungsschwerpunkte ändert sich dabei nicht nur mit der Jahreszeit, sondern auch mit der Verfügbarkeit.    Die Rötelmaus ist nicht nur ein Jäger. Ganz im Gegenteil. Sie muss ständig auf der Hut sein, denn die Liste ihrer Feine ist lang. Wiesel, Schlangen, Eulen, Greifvögel, Marder, Füchse, Wildkatzen, Luchse und Störche zählen dazu. Neben ihrer Wachsamkeit schützt sich die Rötelmaus mit einem weitverzweigten Wegenetz, das sie nutzt, um dem Blick ihrer Feinde zu entkommen. Je nach Gegebenheiten im jeweiligen Habitat ist sie dabei mal mehr und mal weniger erfolgreich. Doch was der Rötelmaus das Leben kostet, sichert auf der anderen Seite das Überleben anderer Tiere. Die Sperbereule zum Beispiel ist besonders auf die Rötelmaus angewiesen. Zur Aufzucht der Jungen stellt diese nämlich fast ausschließlich die Nahrung der Eule dar. 
  Der Ruf der Rötelmaus    Doch die Rötelmaus hat keinen guten Ruf. Menschen, die sie erblicken, reagieren oft mit Ekel, Angst oder Ärger. Besonders Gartenbesitzer stehen der &quot; Wühlmaus &quot; (das ist der Name ihrer Familie) feindlich gegenüber. Der Grund ist mit Blick auf ihren Namen leicht zu erkennen: Die Rötelmaus gräbt ihr Zuhause häufig tief in das Erdreich – neben oberirdischen Wegen, umfasst der Bau einer Rötelmaus ein weitläufiges Netz aus unterirdischen Gängen und Kammern. Wenn die Möglichkeit besteht, verzichtet sie allerdings auch aufs Graben und legt ihren Bau in abgestorbenen Baumstümpfen an oder baut ihn aus Moos und Laub. Auf ihrem Speiseplan stehen Knospen, Rinde und Früchte – und jenes Obst und Gemüse, das Menschen so ungern teilen. Da ergreift den Gärtner schnell der Futterneid, den Menschen „ihren“ Haustieren stets versuchen auszutreiben.   Doch anders als bei Hunden und Katzen ist bei den Menschen keiner zur Stelle, der das Bellen, Beißen und Kratzen verhindert. Und so werden die Mäusegegner in ihrem Kampf immer erfinderischer – und tödlicher.    Was im heimischen Garten vor sich geht, findet in Städten und Forsten im großen Stil statt. Das  Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  ( BVL ) erteilte in den letzten Jahren mehrmals eine &quot; Notfallzulassung &quot; für  Ratron Feldmausköder , dessen Gift die Mäuse töten soll. Der &quot; Notfall &quot;, der für die Begründung herangezogen wurde, waren hohe Populationsdichten von Feld- und Erdmäusen, die zu Ernteverlusten führten.   Das BVL bewertet die Gefahr für eine indirekte Vergiftung von Haustieren als &quot; sehr gering &quot;. Aufgrund des Mangels an Meldungen überträgt sie diese Einschätzung auch auf Wildtiere. Ob diese Einschätzung zutreffend ist, lässt sich allerdings bezweifeln. Immerhin stellen Mäuse für viele Greifvögel – beispielsweise die Sperbereule und Schleiereule - das Hauptnahrungsmittel dar.    Mit unserem Verhalten tragen wir letztlich alle dazu bei, dass die Zahl der Mäuse wächst. Die Zerstörung von Lebensräumen, die Gefahr durch Verkehr und die Tötung von Wildtieren bewirken, dass den Mäusen immer weniger natürliche Feinde gegenüberstehen. Im Gegensatz zu Mäusen schrecken Luchse, Wildkatzen und Greifvögel davor zurück, sich in der Nähe des Menschen niederzulassen. Und der Fuchs – einer der wenigen Fressfeine, der sich ebenfalls in Städten ansiedelt – wird gnadenlos bejagt. Über 450.000 Füchse wurden allein im Jagdjahr 2015/16 deutschlandweit getötet. Die Mäuse freut es. Den Fuchs mit Sicherheit nicht. 
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            <title type="text">Die Nutria</title>
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                                            Für diejenigen, die sich an Naturbeobachtungen erfreuen, ist die Nutria eine Bereicherung. Da sie auch tagsüber unterwegs ist, kann man sie leicht beobachten. 
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                 Die Nutria ist bei uns ursprünglich nicht heimisch. Wegen ihres Pelzes wurde sie vom Menschen nach Europa verschleppt und in Farmen ausgebeutet. Die ersten sogenannten Pelzfarmen in Deutschland entstanden im Jahr 1926. Schon kurze Zeit danach bildeten sich die ersten Populationen in der Natur. Entstanden sind sie durch Tiere, denen die Flucht aus den Pelzfarmen gelang. Im Laufe der Zeit kamen so immer mehr Tiere hinzu. Mit dem hierzulande fortschreitenden Niedergang der Pelzindustrie stieg auch die Anzahl der Tiere, die in die Freiheit gelangten. Denn der Mensch entledigte sich der wirtschaftlich unrentabel gewordenen Tiere oft, indem er sie freiließ. Bis heute ist der Mensch der Nutria nicht wohl gesonnen. Ihr Auftauchen wird mitunter von hetzerischen Berichterstattungen begleitet, die nicht selten im Abschuss der Tiere münden. 
  Die Nahrung    Für diejenigen, die sich an Naturbeobachtungen erfreuen, ist die Nutria eine Bereicherung. Da sie auch tagsüber unterwegs ist, kann man sie leicht beobachten. Oft lässt sie sich allerdings erst in der Dämmerung sehen. Zwar werden Nutrias häufig als Vegetarier bezeichnet, doch das ist nicht richtig. Der überwiegende Teil ihrer Nahrung ist pflanzlich. Dazu gehören Wasserpflanzen, Wurzeln oder Blätter. Ergänzt wird sie, wenn auch nicht allzu oft, durch Muscheln, Würmer oder Schnecken. 
  Die Gemeinschaft    Nutrias mögen es gesellig. So treffen wir sie, je nach Habitat, paarweise oder in größeren Gemeinschaften an. Das können in der Regel bis zu 15 Tiere sein. Allerdings bilden sie, wenn die Bedingungen geeignet sind, auch größere Kolonien. Dazu kommt es bei uns – im Gegensatz zu ihrer ursprünglichen Heimat – nur selten. 
  Die Zähne  
 Ein charakteristisches Merkmal von Nutrias sind die Zähne. Sie leuchten in einem kräftigen Orange. Allerdings nicht von Geburt an. Neugeborene Nutrias haben gelbe Zähne. Zur auffälligen orangenen Färbung kommt es erst im Erwachsenenalter.    Der Grund für die Färbung liegt in Eisenablagerungen, die den Zahnschmelz härten und die Zähne damit sehr viel widerstandsfähiger machen. Bei alten und kranken Tieren werden die Zähne wieder gelb. In den meisten Fällen ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Lebenszeit des entsprechenden Nutrias bald abgelaufen ist. Ohne seine kräftigen Zähne ist es ihm langfristig meist nicht möglich, ausreichend Nahrung aufzunehmen. 
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