Der Gänsesäger

Der Gänsesäger fällt durch seinen charakteristischen Schnabel auf. Er ist kräftig und an der Spitze hakenförmig nach unten gebogen. Damit ist er ein perfektes Werkzeug für den Fischfang.

Während man den Gänsesäger in Deutschland selten als Brutvogel antrifft, ist er als Wintergast häufiger. Vor allem am Alpennordrand lässt er sich zur Brut nieder. Da er hohe Anforderungen an sein Brutrevier stellt, gestaltet sich seine Ausbreitung in Deutschland schwierig. Der Gänsesäger brütet in gewässernahen Höhlen, beispielsweise Kopfweiden. Doch geeignete Brutplätze sind nicht leicht zu finden.
Neben der Schwierigkeit bei der Suche nach einem Brutplatz kommt noch ein weiteres Problem dazu: Der Gänsesäger ist ein sogenannter Sichtjäger. Bevor er abtaucht, um zu jagen, schwimmt er zuerst mit dem Kopf unter Wasser und sucht nach geeigneter Beute. Damit er sie entdecken kann, benötigt er klare Sicht. Die gibt es leider nicht oft. Vor allem dort nicht, wo Gewässer vom Menschen genutzt werden. Boote, Surfer und Schwimmer wirbeln Schlamm auf und trüben die Sicht des Gänsesägers. Außerdem besteht in solchen Gewässern die Gefahr, dass Jung- und Alttiere durch Wassersportaktivitäten voneinander getrennt werden. Gerade mit Blick auf den Schutz des Nachwuchses durch die Eltern ist das problematisch.

Hat der Gänsesäger aber ein geeignetes Gewässer gefunden, kann er mit beeindruckenden Fähigkeiten aufwarten. Die Küken bleiben nach dem Schlüpfen nur etwa einen Tag in der Höhle. Danach wagen sie den Sprung in die Tiefe. Den überstehen sie in der Regel ohne Verletzungen. Sie können von Anfang an schwimmen, nehmen aber noch gerne das elterliche Taxi in Anspruch - ähnlich, wie wir es beispielsweise vom Haubentaucher kennen.

Gänsesäger ernähren sich von Fischen, die in der Regel kleiner als 10 Zentimeter sind. Dazu tauchen sie in etwa zwei bis vier Metern Tiefe und bleiben 40 bis 50 Sekunden unter Wasser. Die nachgewiesenen Rekorde liegen jedoch bei 10 Metern. Und bei Gefahr kann ein Tauchgang über eine Minute dauern.
Die Jungen können nicht nur schwimmen, sondern auch direkt tauchen. Allerdings bei Weitem nicht so lange wie die Eltern. Ihre Nahrung besteht in der Anfangszeit vor allem aus kleinen Partikeln, die sie von der Wasseroberfläche aufnehmen. Etwa im Alter von 10 Tagen tauchen sie erfolgreich nach Fischen.

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