Das Scharbockskraut

Das Scharbockskraut kann ohne Zweifel als Spezialist bezeichnet werden. Es bleibt ihm auch nichts anderes übrig. Immerhin kommt es am liebsten in feuchten, dunklen Bereichen von Laubwäldern vor. Hier bildet es zum Teil große Teppiche aus und fühlt sich sichtlich wohl. Jedoch galt es, sich auf die Eigenheiten dieses Lebensraumes einzustellen. Und genau das hat das Scharbockskraut perfekt gemeistert.

Laubwälder sind, zumindest natürlicherweise, eher dunkel. Für am Boden wachsende Pflanzen bleibt da in der Regel nicht viel Licht übrig. Doch das Scharbockskraut hat einen Weg gefunden, mit diesen Bedingungen zurechtzukommen. Die Lösung des Lichtproblems: Schnelligkeit!

Das Scharbockskraut gehört zu den ersten Pflanzen im Jahr, die uns nach dem Winter mit frischem Grün erfreuen. So früh unterwegs zu sein, hat den Vorteil, dass es noch ausreichend Licht gibt, weil die Bäume noch nicht belaubt sind. Zu dieser Schnelligkeit gesellt sich dann noch absolute Effektivität. So nutzt das Scharbockskraut das schmale Zeitfenster zwischen dem Ende des Winters und der Belaubung der Bäume für seinen gesamten Lebenszyklus.

Auch wenn das Scharbockskraut als Frühblüher gerne von Insekten besucht wird, ist es zur Fortpflanzung nicht auf sie angewiesen. Zumeist vermehrt es sich vegetativ über die sogenannten Bulbillen. Dabei handelt es sich um Brutknöllchen, die getreidekorngroß und weiß gefärbt sind. Sie entstehen aus gehemmten Seitentrieben, fallen zu Boden und wachsen hier zu neuen Pflanzen aus.

Giftig, oder doch nicht?

Um diese Frage zu beantworten, kommt es auf den Zeitpunkt an. So sind die Blätter des Scharbockskrautes vor der Blüte angenehm mild und würzig. Zudem sind sie sehr reich an Vitamin C. Diese Eigenschaft brachte ihm einst den Namen „Skorbut-Kraut“ ein. Lange Zeit wurde das Scharbockskraut gezielt gegen Vitamin-C-Mangel, der die Krankheit Skorbut zur Folge haben kann, eingesetzt.
Während und nach der Blüte reichert sich in den Blättern allerdings Protoanemonin an. Das Scharbockskraut schmeckt nun scharf und ist zudem für den Menschen giftig. Daher gilt: Scharbockskraut nur vor der Blüte futtern. Danach Finger weg!

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