Der Borretsch

Nicht nur aus einer Freude heraus heißt Borretsch bei uns auch Gurkenkraut. Es schmeckt derart nach frischen Gurken, dass der Beiname keinesfalls übertrieben ist. Kein Wunder, dass Borretsch als Bestandteil von Salat und der Frankfurter Grünen Soße beliebt ist. Hier sollte man allerdings Vorsicht walten lassen, denn Untersuchungen der Technischen Universität Braunschweig haben ergeben, dass die Konzentration der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide deutlich höher ist, als bisher angenommen. Die Giftstoffe schaden unseren Organen, wie Leber, Lunge, Herz und Niere, und können Krebs sowie Genmutationen auslösen. Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollten höchstens wenige Gramm verzehrt werden.

Traditionell wurde Borretsch auch als Heilmittel eingesetzt. Der Samen und das aus ihm gewonnene Öl dienten unter anderem zur Behandlung von Hautbeschwerden. Außerdem wurde Borretsch gegen Melancholie und Herzschwäche verwendet. Zudem sagt man ihm eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel und die Verdauungsorgane nach. Deswegen wird zur ganzjährigen Nutzung noch heute aus den getrockneten Blättern und Blüten ein Tee zubereitet. In den Blüten ist die Konzentration der Pyrrolizidinalkaloide allerdings noch höher.

Ursprünglich kommt Borretsch nicht von hier. Natürlicherweise liegt sein Verbreitungsgebiet im Mittelmeerraum. Bereits die alten Römer und Griechen wussten das Kraut zu schätzen. Zu uns kam Borretsch bereits im Mittelalter. Die Pflanze wurde gezielt eingeführt und meist in Bauerngärten kultiviert. Im Laufe der Zeit breitete sich Borretsch auch außerhalb von Gärten aus, sodass wir ihn heute vielerorts in der Natur entdecken können.

Wer seinen Garten mit Borretsch bereichern möchte, sollte dafür einen sonnigen, windgeschützten Platz aussuchen. Bestenfalls ist der Boden kalkhaltig, locker und nicht zu trocken. Was Borretsch gar nicht mag, sind überdüngte Böden. Ansonsten handelt es sich um ein sehr pflegeleichtes Kraut. Die Aussaat sollte zwischen April und Juni stattfinden. Da Borretsch ein sogenannter Dunkelkeimer ist, sollten die Samen bei 1 bis 3 Zentimeter tief in den Boden gedrückt werden. Danach ist ein wenig Geduld gefragt. Die Keimzeit liegt bei bis zu 13 Tagen.

Tipp: Für den Topfanbau auf dem Balkon empfehlen sich möglichst tiefe und große Töpfe. Denn Borretsch bildet sowohl eine Pfahlwurzel als auch zahlreiche Ausläuferwurzeln. Ausreichend Platz kommt dem Wachstum zu Gute. Winterhart ist Borretsch übrigens nicht.

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