Der Spitzahorn

Zumeist zwischen Mitte und Ende April beginnt der Spitzahorn zu blühen. Zugleich offenbart er uns damit ein Rätsel, das wir noch nicht im Stande waren zu lösen. Jeder Baum verfügt sowohl über weibliche, als auch über männliche Blüten. Um eine Selbstbestäubung zu verhindern, wartet der Spitzahorn mit einer Taktik auf, die so simpel wie einfach ist. Weibliche und männliche Blüten eines Baumes blühen nicht gemeinsam. Damit diese Rechnung aufgeht, müssen die verschiedenen Bäume das natürlich in unterschiedlicher Reihenfolge machen. Immer so, dass das Verhältnis von männlichen und weiblichen Blüten perfekt aufeinander abgestimmt ist. Und das klappt wunderbar. Nur wie die Bäume das machen, bleibt bis heute ein Geheimnis. Ob die Bäume sich absprechen oder die Abfolge jedes Jahr, sozusagen automatisiert, abläuft, wissen wir schlichtweg nicht.

Für die Bestäubung greift der Spitzahorn auf die Hilfe unzähliger Insekten zurück. Diese werden für ihre Dienste mit reichlich Nektar entlohnt. Der Ahorn wird nicht zuletzt deswegen zu einer Stütze für eine stabile Artenvielfalt innerhalb des Ökosystems Wald. Bis zum Herbst, meist Ende September, bilden sich aus den bestäubten Blüten die Früchte des Ahorns. In Form von kleinen Propellern werden sie mithilfe des Windes in die Welt entlassen. Nicht selten dauert ihre Reise insgesamt mehrere Monate. So hat sich der Spitzahorn eine Möglichkeit geschaffen, auch größere Distanzen zu überbrücken und seine Verbreitungschancen damit deutlich zu optimieren. Und auch wir profitieren von den Früchten des Spitzahorns. Zumindest wenn wir jung sind – oder jung geblieben. Wer erinnert sich nicht gerne an das Sammeln der Propeller und ihr Festklemmen auf der Nase? Jedes Jahr aufs Neue ein großer Spaß für Groß und Klein.

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