Der Zunderschwamm

Für den Zunderschwamm war das Jahr 1848 eine Zeitenwende. Hier nämlich wurde das Zündholz erfunden und beraubte den Pilz seiner bis dahin großen wirtschaftlichen Bedeutung. Der Nutzen des Zunderschwamms für den Menschen lässt sich schon an seinem Namen ablesen. Denn vor der Ära des Streichholzes wurden Teile des Fruchtkörpers vom Zunderschwamm zur Herstellung von Zunder, also leicht brennbaren Material, hergenommen. Aber hiermit sind die Anwendungsbereiche des Zunderschwamms noch lange nicht zu Ende. Fast vergleichbar mit Kunststoff in der heutigen Zeit begegnete man dem Pilz in fast allen Lebenslagen. Ob als Kleidung oder Tasche, für Bilderrahmen, als Bucheinband oder als Fensterleder. Sogar als Korkersatz und als eine Art Radiergummi bei Kohlezeichnungen wurde er verwendet. Nicht zuletzt durch „Ötzi“, der weltbekannten Gletscherleiche, wurde der Zunderschwamm und seine historische Bedeutung einer breiten Öffentlichkeit zurück ins Gedächtnis gerufen. Denn bei ihm wurde ein Stück Zunderschwamm gefunden.

Heute wird der Zunderschwamm vielerorts wiederentdeckt und teilweise auch wieder wirtschaftlich genutzt. Zunder wird heute zwar nicht mehr benötigt. Aber seine gesunden Eigenschaften sichern dem Pilz einen, wenn auch kleinen, Platz im Regal der Tees und Nahrungsergänzungsmittel. Zu einer Rückkehr zum traditionellen Zundermacher als Berufsstand wird es trotzdem nicht mehr kommen. Schon alleine deswegen nicht, weil der Zunderschwamm nicht mehr in den einstigen Mengen zu finden ist. Die Forstwirtschaft mit ihren aufgeräumten Wäldern fordert auch hier ihren Tribut. Der Zunderschwamm ist zwar nicht bedroht. Aber das leider vielerorts fehlende Alt- und Totholz in den Wäldern sowie die Konzentration auf Nadelwaldplantagen verringert sein mögliches Verbreitungsgebiet enorm.

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