Die Eibe

Die Eibe ist ein immergrüner Nadelbaum. Sie mag schattige Plätze und wächst vielerorts eher als Busch denn als Baum. Unter guten Bedingungen wird sie bis zu 20 Meter hoch und erreicht ein unglaubliches Alter von 800 bis 1000 Jahren. Den Gartenfreunden sei an dieser Stelle gesagt: Die Eibe ist giftig. Alles an dem Baum, inklusive den Samen und dem Holz, ist bereits in geringen Mengen für uns Menschen tödlich. Lediglich der rote Samenmantel ist nicht giftig. Wer kleine Kinder hat, sollte deshalb davon Abstand nehmen, eine Eibe in den Garten zu pflanzen.

Dennoch ist die Eibe heute eine beliebte Gartenpflanze. Das hat verschiedene Gründe. Neben den ganzjährig grünen Nadeln sind auch die dazu in Kontrast stehenden roten Beeren schön anzusehen. Die Blüten spielen eher eine untergeordnete Rolle. Denn sie sind klein und unscheinbar weiß gefärbt. Der Hauptgrund für ihre Beliebtheit als Gartenpflanze dürfte sein, dass die Eibe gut formbar ist und leicht geschnitten werden kann.

Die Früchte der Eibe sind eine ausgeklügelte Erfindung der Natur. Der rote Samenmantel lockt verschiedene Tiere an, die sich von ihm ernähren. Der darin befindliche Samen wird von ihnen mitgegessen. Er überwindet den Verdauungstrakt unbeschadet und wird an anderer Stelle wieder ausgeschieden, wo er zu einer neuen Pflanze heranwachsen kann. Eine klassische Win-Win-Situation. Das Tier bekommt Nahrung und die Eibe hat Hilfe bei der Verbreitung. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis. Für uns Menschen ist der Samen giftig!

Die Nadeln der Eibe sind dunkelgrün gefärbt. Im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen, wie zum Beispiel der Gemeinen Fichte, sind die Nadeln der Eibe weich und haben eine deutlich abgegrenzte Ober- und Unterseite. Auf der Unterseite ist ein weißer Streifen erkennbar. Die einzelnen Nadeln bleiben bis zu 8 Jahre am Baum und werden dann erneuert.

Im Laufe der Geschichte hat die Eibe dem Menschen jedoch auch große Dienste erwiesen. Leider haben wir das, wie allzu oft, ausufernd ausgenutzt. Der Grund dafür liegt in ihrem Holz. Denn es eignet sich gut zur Herstellung von Bögen und Armbrüsten. So verwundert es nicht, dass die über 5000 Jahre alte Gletschermumie „Ötzi“ einen Bogen aus Eibenholz bei sich trug. Später waren es die Engländer, die für ihre Bögen und Armbrüste weltweit Berühmtheit erlangten. Allerdings hatte dieser Handelserfolg seinen Preis und wirkte sich sehr negativ auf die Bestände der Eibe aus. Und so gilt sie noch heute als bedrohte Art.

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