Kleinbiotop Wurzelteller - Hotspots der Artenvielfalt

Ein umgefallener Baum ist für das Ökosystem alles andere als eine Katastrophe. Ganz im Gegenteil. Wurzelteller sind wahre Hotspots der Artenvielfalt im Wald. Wie hoch die Artenvielfalt ist, hängt immer vom jeweiligen Wald und der Gestaltung des Wurzeltellers ab. Die geschaffenen Voraussetzungen sind aber fast überall gleich:

Durch das Wegfallen der Baumkrone dringt Licht bis auf den Boden. Ein entscheidender Wachstumsfaktor für Pflanzen ist damit gegeben. Durch den speziellen Aufbau eines Wurzeltellers kann er zur Heimat ganz unterschiedlicher Pflanzen werden. Mitunter kann man hier Pflanzen nebeneinander entdecken, die andernorts niemals zusammen auftreten würden. So ist der obere Bereich eines Wurzeltellers eher lichtreich und trocken. Im mittleren Bereich ist es halbschattig und halbtrocken. Der untere Bereich ist hingegen meistens dunkler und feucht bis nass. Hin und wieder bilden sich sogar vorübergehende Tümpel. Auch kleine Höhlen können entstehen oder erbaut werden. Somit ist es durchaus möglich, dass auf einem Wurzelteller neben trockenliebenden Arten auch solche zu finden sind, die Feuchtigkeit beziehungsweise Nässe mögen.

Mit den Pflanzen kommen auch die Insekten. Aufgrund der botanischen Vielfalt treten auch sie in einem breiten Artenspektrum auf. Diese Entwicklung zieht dann auch andere Arten an, wie zum Beispiel Vögel. Nicht zuletzt ist ein Wurzelteller auch Wiege der nächsten Baumgeneration. Denn hier haben junge Bäumchen gleich zwei Vorteile gegenüber ihren am Boden wachsenden Verwandten. Zum einen steht ihnen mehr Licht zur Verfügung. Zum anderen sind sie weniger leicht erreichbar für all jene Tiere, die frische Baumtriebe auf ihrem Speisezettel stehen haben.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.