Der Hirschkäfer

Über Schönheit lässt sich bekanntlich gut streiten. Und bei der Vielfalt, die es an Käfern gibt, ist es ohnehin nicht einfach, den Schönsten zu finden. Aber einen der vordersten Plätze würde der Hirschkäfer sicherlich bei vielen Käferfreunden einnehmen. Und das vollkommen zu Recht, wie ich finde.
Im Gegensatz zu Schönheit lässt sich über Größe nicht diskutieren. Denn in dieser Hinsicht belegt der Hirschkäfer den ersten Platz. Zumindest wenn es um die Käfer der bei uns heimischen Fauna geht.

Seinen deutschen Namen hat er bekommen, weil er genau wie der Hirsch über ein imposantes Geweih verfügt. Oder vielleicht doch nicht? Stimmt, im Gegensatz zu seinem Namensgeber verfügt der Hirschkäfer über kein Geweih im eigentlichen Sinne. Denn das, was wir als Geweih wahrnehmen, ist in Wirklichkeit nichts anderes, als ein im Verhältnis zur restlichen Käfergröße überproportional groß ausgebildeter Oberkiefer.

Die Größe dieses Oberkiefers ist allerdings nicht immer so imposant wie wir es von den klassischen Hirschkäferbildern her kennen. Bekommt die Hirschkäferlarve in ihrer Entwicklungszeit nämlich nicht ausreichend Nahrung, entwickelt sich der Oberkiefer nur kümmerlich. Bis man erkannt hat, dass diese Kümmerformen mit Mangelernährung im Larvenstadium zusammenhängen, wurden diese Individuen als eigene Art geführt.

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