Das Blässhuhn

Das Blässhuhn ist hinsichtlich seines Lebensraums ein Teilspezialist. Teilspezialist deswegen, weil es nährstoffarme Gewässer sowie die Meeresküste in der Regel nicht besiedelt. Ansonsten ist das Blässhuhn allerdings relativ breit aufgestellt, was die Wahl des Lebensraums angeht. Dies trifft sowohl auf die Art des Gewässers als auch auf dessen Umgebung zu.
Am liebsten hat das Blässhuhn Gewässer mit einer beständigen Röhrichtzone. Hier lässt es sich, gut verborgen, wunderbar nisten. Neben dicht bewachsenen, flachen Uferbereichen sollten auch offene Wasserflächen vorhanden sein. Neben solchen Idealformen werden noch eine ganze Reihe weitere Gewässertypen besiedelt. Dazu gehören kleine Tümpel mitten im Wald, Überschwemmungsflächen wie Bruchwälder genauso wie Wasserrückhaltebecken, langsam fließende Flüsse, Gewässer in Parks und vieles mehr.

Ist eine passende Umgebung gefunden, steht auch gleich die Fortpflanzung auf dem Plan. Bei Blässhühnern funktioniert das, in der Theorie, bereits im ersten Lebensjahr. In der Praxis allerdings wird meist erst im dritten Jahr das erste Mal gebrütet. Die Paare leben in einer monogamen Saisonehe. Allerdings kommt es vor, dass sich die gleichen Vögel auch im Jahr drauf wieder zusammentun. Übers Winterhalbjahr gehen die Paare in aller Regel aber getrennte Wege.

Die Anzahl der Jahresbruten ist bei Blässhühnern nicht leicht zu beziffern. Es gibt eine, häufig aber auch zwei Bruten. Erfahrende Paare bringen es in seltenen Fällen sogar auf vier Bruten im Jahr. Bei Verlusten der Brut wird sozusagen nachgelegt – bis zu fünf mal. Was zuerst viel klingt, entpuppt sich beim genauen Hinsehen als gar nicht mehr so viel. So sterben im ersten Lebensjahr bereits zwischen 75 bis 87 Prozent des Nachwuchses. Auch wer das zweite Lebensjahr erreicht hat, ist noch lange nicht auf der sicheren Seite angekommen. Denn nur 48 bis 72 Prozent der zweijährigen Tiere erleben ihren dritten Geburtstag.

Die Gründe für die geringe Überlebensrate sind vielschichtig. Sie sind sowohl natürlich als auch menschengemacht. Wasserschwankungen führen regelmäßig zum Verlust ganzer Gelege. Auch kalte Winter setzen den Tieren zu. Hinzu kommen hohe Todeszahlen durch Wurmbefall und Botulismus. Zudem fordern Stellnetze, Bisamfallen und auch die Pestizidbelastung ihre Opfer. Wenn die Blässhühner diesen und vielen weiteren Gefahren entgehen, können sie ein stattliches Alter erreichen. Das nachgewiesen älteste Tier in Freiheit wurde in Dänemark gefunden – es wurde über 20 Jahre alt.

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