Der Hausspatz

„Dreckspatz“, wer hat das noch nicht gesagt oder gehört?! Dabei liegt dieser Bezeichnung ein großer Irrtum zugrunde. Zurückzuführen ist sie auf die ausgeprägte Sandbadelust der kleinen Vögel. Badelust ist ein passender Begriff dafür, denn die Zapperlinge nutzen das Sandbad, um sich von lästigen Parasiten zu säubern.
„Zapperlinge“ könnten die Spatzen noch heute heißen. Leitet sich Spatz beziehungsweise Sperling doch vom althochdeutschen „sparo“ ab, was so viel wie „zappeln“ bedeutet.

Der Spatz ist überwiegend ein Vegetarier und ernährt sich am liebsten von Körnern und Samen. Allerdings, das macht einen Kulturfolger wie ihn aus, ist er in seiner Ernährung sehr anpassungsfähig. So entwickelte er sich vor allem in Städten immer mehr zum Allesfresser und nimmt, was er kriegen kann. Darunter alles, was Menschen so wegwerfen. Das bekommt seiner Gesundheit nicht immer gut. Nicht nur deswegen sollte man gut überlegen, bevor man Essensreste achtlos irgendwo hinwirft.
Aber auch natürlicherweise ist der Spatz kein geborener Vegetarier. Zu diesem wird er erst, wenn er Erwachsen, also vernünftig geworden ist :-) Die Neugeborenen hingegen werden, vor allem in den ersten Tagen, fast ausschließlich mit tierischer Kost versorgt. Raupen und kleine Insekten, wie zum Beispiel Mücken, werden dafür gerne genommen.

Leider gehört auch der Spatz zu denjenigen häufig vorkommenden Arten, die mit einem je nach Region drastischen Bestandsrückgang zu kämpfen haben. Das hat vielschichtige Gründe: Gebäudesanierungen nehmen ihm viele Brutmöglichkeiten. Aufgeräumte Gärten, Gifteinsatz und die Bebauung innerstädtischen Brachen entziehen ihm die Nahrungsgrundlage. Deswegen findet der Spatz weder ausreichend pflanzliche Kost für sich selbst noch tierische Nahrung für seinen Nachwuchs.

Was also können wir tun? Viel!
Der Spatz freut sich über naturnahe Gärten mit abwechslungsreichen, heimischen Pflanzen. Zudem machen wir ihm mit Zufütterung, Nisthilfen und dem Bereitstellen von frischem Wasser eine Freude. Um ausgiebig sandbaden zu können, mag der Spatz auch trockene, sandige Stellen im Garten. Leider findet er auch diese immer seltener.
Mit all diesen Maßnahmen beglücken wir uns unterm Strich auch selbst. Denn was gibt es Schöneres, als einen Trupp „Dreckspatzen“ zu beobachten :-)

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